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– Januar 2021–

Freitag, 1. Januar 2021

Herzlich willkommen! Wer das hier lesen kann, hat 2020 überlebt!

 

(Wollen wir doch mal sehen, ob wir das heute in einem Jahr nochmal so sagen können …)

 

 

Silvesternacht 2020 Gerolstein

 

Silvesternacht 2020 Gerolstein

 

Nach der stillsten und unpyrotechnischsten Silvesternacht ever, zusätzlich gedämpft durch pünktlich einsetzenden Schneefall, gab es heute einen ebenso unerwarteten wie erfrischenden Neujahrstag im Winterwonderland:

 

Neujahrstag im Winterwonderland Gerolstein

 

Neujahrstag im Winterwonderland Gerolstein

 

Neujahrstag im Winterwonderland Gerolstein

 

(Selfie über Bande.)

 

Neujahrstag im Winterwonderland Gerolstein

 

Neujahrstag im Winterwonderland Gerolstein

 

Neujahrstag im Winterwonderland Gerolstein

 

Neujahrstag im Winterwonderland Gerolstein

 

Neujahrstag im Winterwonderland Gerolstein

 

Neujahrstag im Winterwonderland Gerolstein

 

Neujahrstag im Winterwonderland Gerolstein

 

Neujahrstag im Winterwonderland Gerolstein

 

Neujahrstag im Winterwonderland Gerolstein

 

Neujahrstag im Winterwonderland Gerolstein

 

 

Natürlich hatte ich mal wieder vergessen, vor der gar nicht so umfangreich geplanten Wanderung meine komoot-App zu starten, um die zurückgelegte Strecke und die Höhenmeter und all so was dokumentieren zu lassen. (Also, das mit dem Überwachungsstaat, das wird mit mir nichts!)

 

Daher musste ich die Route nachträglich bei Google-Maps nachbasteln. Gar nicht so einfach, bei Waldwegen ohne Straßennamen und Hausnummern. (Nach alter Väter Sitte hätte ich die Strecke auf einer großmaßstäblichen topographischen Grundkarte ausgerädelt. Aber wo kriegt man heute noch Karten aus Papier her?) In summa sind wir sechs Kilometer durch den neujährigen Neuschnee getappt. Im Sommer! (© Olaf)

 

 

Dabei habe ich sogar etwas gelernt: Der Rasbach heißt gar nicht Rasbach, sondern Rassbach!

 

Ich dachte auch immer, er existiere nur am Rasbach, also am gleichnamigen Wohngebiet mit den Mietskasernen, wenige hundert Meter, bevor der besagte Bach in die Kyll mündet. Dabei entspringt er schon unterhalb der Büschkapelle und speist den Löschteich, den er durchfließt.

 

Somit habe ich ihn vor knapp 40 Jahren schon einmal komplett gestaut. Also fast … so Wasser hat schon ornslich Kraft, da richten ein paar Reisigzweige, Laubwerk und Sedimentschlick wenig gegen aus. (Trotzdem fuhr uns beim Wehrbauen damals, in einem Juli Anfang der Achtziger, so ein vorbeispazierender Opa harsch an, dass wir das mal schön sein lassen sollten: »Wenn jetzt die Schneeschmelze einsetzt!«)

 

 

 

Fuck:

Fucking, der Ort in Österreich, heißt jetzt Fugging!

Die krasseste Änderung zum Neuen Jahr.

 

Was machen jetzt bloß die Brauer von »Fucking Hell«, der untergärigen, schwach gehopften Biersorte nach Münchner Brauart? Beziehungsweise deren Marketingexperten?

 

Und müssen die nun neuen Fugginger wieder bezahlen? Vor der Umbenennung kamen sie als Bewohner eines »Premium Places« nämlich in den Genuss eines Gratiszugangs zum kostenpflichtigen Angebot der Videoplattform Pornhub, genauso wie die Leute aus den deutschen Orten Weener, Titz und Petting, sowie aus Bitsch (Schweiz), La Vagina (Italien), Orgy (Frankreich), Dildo (Kanada), Blowhard (Australien), Fort Dick (USA) und Fingringhoe (Großbritannien).

 

 

Samstag, 2. Januar 2021

Löwenburg Gerolstein

 

Warum hat das Caspar David Friedrich eigentlich nie gemalt?

 

Löwenburg Gerolstein

 

Löwenburg Gerolstein

 

Löwenburg Gerolstein

 

 

Die Farben des Winters:

 

Die Farben des Winters

 

Die Farben des Winters

 

Die Farben des Winters

 

Die Farben des Winters

 

Ich denke, zum Thema schmerzende Farbauswahl fürs Eigenheim muss wohl nichts mehr gesagt werden.

 

 

 

Gemäß der alten Drehbuchschreiberregel »Fange mit einem Erdbeben an und steigere dich dann langsam« erschreckte uns heute zu Jahresbeginn die Nachricht, dass es südlich von Aachen ein Beben der Stärke 2,8 auf der Richter-Skala gegeben habe. Aber alles gut, nix passiert.

 

 

Sonntag, 3. Januar 2021

Dramatischer als das Erdbeben war, was auf der Fahrt von der Heimat nach Hause (entgegen der im Moment angesagten Richtung) zu besichtigen war:

 

Zwischen Gerolstein und Krekel parkten gegen Mittag auf quasi jedem einmündenden Wirtschaftsweg Autos. Auf den umliegenden Feldern wimmelte es von Schneemännern, -frauen und -kindern sowie deren Erbauern. Von Schleiden bis Vogelsang lag kein Schnee, daher war es da erstmal leer; wie sonst. Anschließend gab’s wieder ein paar Feldwegparker, recht harmlos.

 

Doch ab Simmerath kam uns eine monströse Autokarawane entgegen, die fast Stoßstange an Stoßstange bis Lichtenbusch reichte. Der gemeine Tourist gleicht halt dem Lemming; das hat er mit dem Klopapierhamster gemein. Mangels Parkgelegenheiten stand man auch gerne mal außerorts verkehrsgefährdend halb auf der Fahrbahn. Ein Fest für das Ordnungsamt!

 

Wo kommen die alle her, wo wollen die alle hin?!

 

Ad 1: Die Nummernschilder offenbarten gesamtnordrheinwestfälische Provenienz.

Ad 2: Ich vermute, in den Schnee.

 

Es ist ja nicht etwa so, dass es seit einer Woche von allüberall tönt, dass die Skigebiete überfüllt sind. Und dass die Ortsbürgermeister innen und außen flehen: »Bleibt daheim, Leute!«

 

(Und wenn ihr schon kommen müsst, pisst den Anwohnern nicht in die Vorgärten, pflügt den Bauern bei euren bemühten Ein- und Ausparkmanövern nicht die Weiden um und nehmt um Himmels Willen eurem Müll gefälligst wieder mit!)

 

 

Und das war jetzt nur der kürzeste, touristisch sonst unauffällige Weg von Gerolstein nach Aachen – wer weiß, wie es in den eigentlichen Skigebieten aussah. Im Sauerland hat die Polizei schon ganze Bereiche abgeriegelt. (Wahrscheinlich fahren die dort abgewiesenen Schneehungrigen jetzt einfach durch bis in die Eifel.)

 

Angesichts inaktiver Skilifte und verwaister Gastronomiebetriebe möchte man doch meinen, dass spätestens geschlossene Sanitäranlagen vom Winterspaß Abstand zu nehmen nahelegen.

 

Mal ganz davon abgesehen, dass man, wenn man sich um spätmittags am Ende dieser Blechlawine befindet, wohl kaum einen Platz zum Parken ergattern wird können, bevor die Sonne untergeht.

 

Zu schade, dass ich davon keine Photos machen konnte. Aber ich saß am Steuer und die Kamera lag wohlverpackt in ihrer Tasche im Rucksack im Fond des Autos.

 

 

Um argumentative Ausgeglichenheit bemüht könnte man nun einwenden, dass mehrköpfige Familien, die auf wenigen Quadratmetern hausen, ihren Nachwuchs halt einfach mal belüften müssen, um dem häuslichen Lagerkoller Einhalt zu gebieten. Dem Virus ist das jedoch egal. (Und angesichts der lichten Maße der sich stauenden Fahrzeuge dürfte mehrheitlich nicht von Hartz-IV-Empfängern aus prekären Arbeiter-Silos ausgegangen werden …)

 

 

Montag, 4. Januar 2021

Die Rache des Buhrow? Im Ersten und auf allen (!) Dritten Programmen kamen gestern Abend parallel die zwei Gerichtsfilme »Feinde – gegen die Zeit«, die dieselbe Geschichte aus leicht unterschiedlichen Perspektiven erzählten. Als ARD-Zuschauer war man also gezwungen, dieses Werk anzusehen. Oder ein gutes Buch zu lesen. Oder zu schreiben.

 

Zum Glück wurde zuvor bekanntgegeben (und zwar seit vier Wochen in jeder! verfickten! Pause! zwischen zwei Sendungen – mit Folter kennt sich die ARD aus), dass die Filme auf einer Vorlage von Ferdinand von Schirach beruhen – da weiß man rechtzeitig, dass man sich für das eigene Buch entscheiden sollte.

 

Schade, denn das Experiment mit zwei parallel ausgestrahlten Filmen ist interessant. Sowas hat es vor ungefähr 30 Jahren schon mal gegeben mit einer Comic-Verfilmung, deren Name mir jetzt nicht einfällt. (Leider lässt sie sich auch nicht ergoogeln, weil man bei entsprechenden Suchbegriffen nur mit diesem allgegenwärtigen Superheldenschmonzes von DC und Marvel zugeschissen wird!)

 

Die dünne juristische Essenz des Abends: Foltern ist verboten.

 

Und die pragmatisch-moralische: Wenn einer ein Kind entführt und nicht sagen will, wo es ist, dann wird der eben doch gefoltert! Das geht dann eben auf den Deckel des Ermittlers; karmamäßig prima, pensionstechnisch nicht so gut.

 

 

Dienstag, 5. Januar 2021

Statt nur bis zum 10. Januar soll der weiche Lockdown nun bis zum 31. Januar dauern.

 

Welchen Jahres, wurde nicht verraten …

 

Karl Lauterbach, der mir immer mehr gefällt, sagte in aller Deutlichkeit, dass man die Maßnahmen nicht auf ein spezielles Datum festlegen sollte: »Wir haben es erreicht, wenn wir es erreicht haben.« Viren schauen eben nicht in den Kalender.

 

Dafür soll der aktuelle Lockdown nun aber ein bisschen seiner Softigkeit verlieren.

 

Yeah, neue Regeln!

 

Ab einem Inzidenzwert von 200 wird die Mobilität nun eingeschränkt, man darf sich dann nur noch in einem Radius von 15 Kilometern um seinen Wohnort bewegen. (Hallo Schneetouris!)

 

Doch ein paar Fragen hierzu:

 

 

 

Die in letzter Zeit so oft tagende Ministerpräsidentenkonferenz plus Bundeskanzlerin (ein Gremium, das es verfassungsmäßig gar nicht gibt …), stochert ein bisschen zu sehr im Nebel herum, wie mir scheint. (Man muss langsam hoffen, dass die Minipräsidenten nicht auf solche Ideen kommen wie: »Machen Sie irgendetwas, erschießen Sie jemanden!«)

 

Die privaten Kontaktregeln wurden auch weiter verschärft. (Während ein Homeoffice-Zwang oder ein zeitweises Stilllegen kriegsunwichtiger Industriezweige nicht beschlossen wurden …mal wieder.)

 

Die Regel, nur noch eine Person außerhalb des eigenen Haushaltes treffen zu dürfen, stellt Familien vor erhebliche Probleme: »So, Kinder, wollt Ihr Opa besuchen oder wollt Ihr Oma besuchen – nun müsst Ihr Euch entscheiden!« Beziehungsweise sowieso alleine gehen.

 

Wie Alleinerziehende den Alltag gewuppt kriegen, kann ich mir schon gar nicht vorstellen.

 

 

Immerhin, die Kitas bleiben erstmal zu. Und die Schüler werden ferngewartet, das ist doch schon mal was. Wenn sie jetzt noch die eine oder andere Schulministerin teeren und federn, sind wir auf dem richtigen Weg!

 

 

Donnerstag, 7. Januar 2021

Langsam verstehe ich auch, warum es eine Mauer an der mexikanischen Grenze geben sollte: Zum Schutz der Mexikaner! (Hey Kanada, wie wär's? Wollt Ihr nicht auch eine?)

 

Gestern stürmte nämlich ein Mob gehörnter Ochsen, die nicht akzeptieren wollen, dass Donald Trump die US-Wahl verloren hat, das Kapitol in Washington und probte den Bürgerkrieg. Mit Bürgerkrieg kennt der Amerikaner sich ja aus. Erste UN-Blauhelmtruppen aus dem Jemen, Mali und dem Südsudan werden in Kürze erwartet, um nach den Rechten zu sehen.

 

Auch wenn es nicht mehr groß nötig war: Angestachelt dazu wurden sie von Trump höchstselbst. (Ich bin kein Jurist, aber Volkverhetzung, Hochverrat, Aufforderung zu Meuterei – irgendwas wird sich da doch fürs Impeachen auf den letzten Metern finden lassen, oder nicht?) Selbst mitgelaufen ist er dann aber doch nicht. Wahrscheinlich wegen seines Fersensporns. Dumme Sache das; deswegen hat Amerika ja auch schon damals in Vietnam diesen Krieg verloren.

 

(Napoleon trug in Schlachten übrigens einen roten Mantel, damit man das Blut nicht sehen konnte, falls er verletzt wurde. Ich könnte wetten, Donnys Unterhosen sind braun …)

 

 

Dieser Tag wird bestimmt in die Geschichte der USA eingehen.

 

Naja, für so lange wäre das ja nun auch nicht mehr.

 

 

Twitter und Facebook handelten prompt (…) und drehten ihm den Saft ab. Warum eigentlich erst jetzt?! Gegen deren Richtlinien hat er in den letzten vier Jahren doch andauernd verstoßen. Wahrscheinlich haben sie langsam genug werberelevanten Traffic durch seinen Unfug generiert. Es war ja der Präsident, mit Millionen Followern, der darf das. (Von einem anderen Präsidenten wird in einem ganz anderen Zusammenhang das Zitat kolportiert: »He may be a bastard, but he is our bastard.« Ein schöner Spruch.) Jetzt auf einmal, wo Donald nur noch eine lame duck ist, trauen sie sich aus der Deckung.

 

Daneben wirft das Ganze interessante Fragen auf: Sonst sahen sich diese Firmen doch nur als neutrale Plattform-Anbieter für die Benutzer, die mit den Inhalten nicht viel zu tun haben und dafür schon gar nicht verantwortlich sein wollten – und jetzt mischen sie sich doch ein? Seit wann dürfen privatwirtschaftliche Unternehmen entscheiden, wer was sagen darf oder eben nicht?

 

 

Was tut Trump jetzt, geht er zu TikTok …?

 

Ich vermute, Trump wird nun sein eigenes asoziales Netzwerk gründen: Auf »Trumper« darf dann nur Trump selbst Trumps trumpen und diese getrumpten Trumps dann auch re-trumpen. (Und liken heißt dort grabben.)

 

 

 

Freitag, 8. Januar 2021

Obwohl im Besitz Dutzender rechtmäßig erworbenen DVDs, habe ich seit Jahren keine mehr von denen angeguckt. Nun habe ich es doch noch mal getan und muss sagen: Anstrengend!

 

Nicht die Filme selbst – die sind selbstverständlich von erlesenster Qualität –, aber das Prozedere im Vorfeld, um endlich in deren cineastischen Genuss zu gelangen: Mich interessieren nicht die Bohne die pompösen Jingles der Klitschen, die den Film einst auf Platte gepresst haben. Oder dass ich mich strafbar mache, wenn ich den Streifen auf Bohrplattformen vorführe. (Ist mir tatsächlich kaum je passiert.) Kinder, die sogleich verderben könnten, falls sie weniger an Jahren zählten, als die empfohlene Altersangabe nahelegt, laufen hier auch keine rum, also warnt mich nicht unnötig! Auch dass die Scheiße Scheibe in Dolby Digital No. Sowiesokommaschlagmichtot abgemischt ist, ist mir erstens egal, weil ich nach wie vor nur zwei Ohren besitze, und steht zweitens bereits groß auf der Verpackung. Doch jedes Mal werde ich dazu genötigt, diesen Sermon lang und breit zu erdulden. Ich würde doch gerne einfach nur den Film angucken! Für den ich einst eine Menge erwachsenes Geld ausgegeben habe!

 

(Bei Netflix kann man die Intros und Outros sogar skippen! Dafür zeigen sie auf Wunsch auch ausreichend lange den Cast der Synchronschauspieler.)

 

Nachdem ich letztens die Dickens-Adaption »Große Erwartungen« von Alfonso Cuarón mit Ethan Hawke, Gwyneth Paltrow und Bobby DeNiro von 1998 schaute, fiel die heutige Wahl auf den dystopischen Spielfilm »Gattaca« von Andrew Niccol, mit wiederum Ethan Hawke, sowie Uma Thurman und Tony Shalhoub, als den noch niemand kannte.

 

Selbst ohne Bild, nur mit der Tonspur, wären diese beiden Filme großartig. Und selbst ohne Tonspur, nur mit Bild, wären diese beiden Filme großartig. Pathos ist meine Sache nicht, doch das Anschauen der beiden gereicht mir jedes Mal zu Gänsehaut und feuchten Augen.

 

Bevor ich sie als DVD besaß, also vor über 20 Jahren, sah ich diese Filme schon einmal, auf Premiere. Damals strahlten die ihr Material noch analog aus, und zwar tagelang mehrfach zu variablen Zeiten. Das bedeutete, dass man mit einem gewedelten Küchensieb vor dem Bildschirm einer Videokarte im PC und entsprechender Software die Filme sehr einfach decrypten konnte. Sie kamen zwar zu den unmöglichsten Tageszeiten, aber dafür recht kostengünstig

 

 

»Wie hast du es das geschafft?« –

»Du willst wissen wie ich es geschafft habe? Ich habe mir nie etwas für den Rückweg aufgespart!«

 

 

Samstag, 9. Januar 2021

Noch was zu Trump. (Haltet aus, es dauert nicht mehr lange!) Nun hat er angekündigt, nicht zur Amtseinführung seines Vorgängers zu gehen. Besser ist das.

 

Da ist er aber nicht der Erste, das taten einst Abraham Lincoln, James A. Garfield, William McKinley und John F. Kennedy auch schon nicht.

 

 

Sonntag, 10. Januar 2021

David Bowie ist immer noch tot.

 

Hat aber dieses Jahr schon zwei neue Songs rausgebracht! (Watch this, PG!) Eins davon hat den wohl programmatisch gemeinten Titel »Tryin‘ to get to heaven«.

 

 

Zufall oder nicht, der Algorithmus von Spotify schlug mir unter dem mir höchstpersönlich zusammengestellten Release Radar der Woche »Five Years« von Duran Duran vom kommenden Album gleichen Namens vor.

 

Release Radar der Woche »Five Years« von Duran Duran

 

 

Montag, 11. Januar 2021

Schon goldig, dieses Tetra-Pack: Erst laminiert die Verpackungsindustrie Papier, Aluminium und Polyethylen in mehreren Schichten schwer trennbar übereinander – und dann schreibt sie recht imperativ auf ihre Getränkeverbundkartons, der Verbraucher möge doch bitte den aufgeklebten Ausgießstutzen entfernen, bevor er sie in den Gelben Sack zum nach Fernost Verschiffen »Recyceln« packt, damit die Wertstoffe auch hübsch sortenrein verarbeitet werden können …

 

 

Dienstag, 12. Januar 2021

Meine Bundesregierung postet gerade auf Facebook: »Dieses Jahr feiern wir 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland.« Nun, das möchte ich bezweifeln. Nicht, dass nicht 1700 Jahre jüdisches Leben zu feiern seien. Sondern dass es Deutschland schon 1700 Jahre lang gäbe. In der Spätantike turnten hier alle möglichen Leute rum, alte Römer, Franken, Alemannen, Sachsen, Bayern – aber noch kein einziger Deutscher!

 

Ein deutscher Staat – und zwar zunächst im noch recht verbesserungswürdigen Aggregatzustand als Reich – sind wir erst seit 150 Jahren. Vorher gab es nur das Heilige Römische Reich deutscher Nation und das Durcheinander mit Franzisien und Preußen danach, das auch Jahre des Geschi-Unterrichts nicht bekömmlich aufdröseln konnten; so ein richtiges Deutschland war das ja alles nicht – und was hatten die so lange noch mit dem längst untergegangen Rom zu schaffen?!

 

Diese Konfusion erklärt wahrscheinlich auch, warum unser Land weltweit so unterschiedlich bezeichnet wird: Alamagn, Alemagna, Alemaña, Alemanha, Alemania, Alemantlan, Alemanya, Allemagne, Ālmān, Almaniya, Almāniyā, Almanya, An Ghearmáin, bawery, bawory, Bééshbichʼahnííbikéyah, Däitschland, Daytshland, Dégúo, Dietschlaunt, Dogil, Doichland, Doitsu, Đức, Duitsland, Dütschland, Dútslân, Düütschland, Duutslaand, Elmanya, Germania, Germánia, Germanija, Germanio, Germany, Ghirmânii, Gjermania, Jerman, Jermanía, maTosi, Nemačka, Nemčija, Nemecko, Německo, Németország, Němska, Niemcy, Nimetschtschyna, Nimska, Njemačka, Noorliit Nunaat, regnum Teutonicum, Saksa, Saksamaa, Saxland, Sjiisklun, ssassitkotemm, Teutonia, Þýskaland, Toich'willandŭ, Tyskland, Týskland, Ubudage, Ubudagi, Ujerumani, Vācija, Vokietija, Yoeramani, Yr Almaen, Γερμανία, Германия, Немачка, Німеччина, Գերմանիա, გერმანია, ドイツ, גרמניה, דײַטשלאַנד, آلمان, ألمانيا, เยอรมนี, 도이췰란드, 독일, 德国 und 德國. Wollte ich nur mal so erwähnt haben.

 

 

Mittwoch, 13. Januar 2021

Mitte Januar in der Pandemie, mit einer Klimakatastrophe, die schon am Horizont winkt – was gibt es da wohl Passenderes als frische Erdbeeren aus dem sonnigen Spanien, hübsch umverpackt in zwei Schichten Plastik …?

 

Mitte Januar in der Pandemie, mit einer Klimakatastrophe, die schon am Horizont winkt – was gibt es da wohl Passenderes als frische Erdbeeren aus dem sonnigen Spanien, hübsch umverpackt in zwei Schichten Plastik …?

 

 

 

Donnerstag, 14. Januar 2021

Aus gerade nicht gegebenem Anlass – aber der kommt bestimmt bald mal wieder:

 

Der Aufbau des klassischen Gewaltnachrichtendramas

 

Prolog:

Etwas Schlimmes ist passiert. Tote, Verletzte, unklare Täterschaft. Das Fernsehen berichtet.

 

1. Akt:

Der Moderator im Studio: »Etwas Schlimmes ist passiert, genaueres wissen wir noch nicht, Spekulationen verbieten sich, aber es kann sein, dass bliblablubb … – sicherheitshalber schalten wir nun mal raus zu unserem Reporter, der schon vor dem Haus der Toten steht.«

 

Der Außenreporter steht vor dem Haus der Toten – und sagt das zur Sicherheit nochmal: »Ich stehe hier vor dem Haus der Toten.« (Kann aber auch sein, dass er 200 bis 500 Meter weit weg steht, weil die Polizei den Bereich aus guten Gründen abgesperrt hat.) »Etwas Schlimmes ist passiert, genaueres wissen wir noch nicht, Spekulationen verbieten sich, aber es kann sein, dass bliblablubb …«

 

Immerhin kann er O-Töne der Nachbarn angeln. Die sagen dann jedes Mal überrascht bis echauffiert so Sachen wie »Es war doch immer so ein netter junger Mann!« – als ob es den sonst so netten Gewalttäter zu irgendwas verpflichten würde, nur weil er schon mal den Müll rausgestellt und dabei den Anwohnern die Tageszeit genannt hat. Die Enttäuschung über die mangelnde eigene Menschenkenntnis wiegt fast schwerer als das Mitleid mit den Opfern.

 

Kinder basteln »Warum?«-Schilder und stellen sie zwischen die Grablichter, Blumen und Teddybären. Der Einsatzleiter von Polizei, Feuerwehr oder THW bekommt auch einen Puschel vors Gesicht gehalten und nennt die Fakten, die felsenfest feststehen und verweist darauf, dass die Untersuchungen ja gerade erst begonnen haben à la »Genaueres kann man erst sagen, wenn der Doktor da war«, was ja auch stimmt.

 

2. Akt:

Mit etwas Glück wird der mutmaßliche Täter irgendwann gefasst. Das Fernsehen berichtet von der Festnahme – unter Zuhilfenahme des damals eingesammelten Archivmaterials nebst der unmaßgeblichen Vox Pop-Schnipsel Unbeteiligter.

 

Exkurs:

Bei Privatsendern werden gerne auch trauernde Angehörige unverpixelt im Bild gezeigt oder gar interviewt. Money makes the world go around.

 

3. Akt:

Die Nachrichten melden die Anklageerhebung und den Beginn des Gerichtsprozesses. Das beginnt verlässlich stets mit einem Bild einer blinden Justitia-Statue mit Waage in der Hand. (Ohne wäre das noch zu sprechende Urteil wahrscheinlich anfechtbar.)

 

Dann sieht man den zum Persönlichkeitsschutz verpixelten Angeklagten zu seinem Platz im holzvertäfelten Gerichtssaal gehen – wenn er sich nicht noch zusätzlich einen Aktenordner vors Gesicht hält oder seine Kapuze tief über den Kopf gezogen hat.

 

Der Strafverteidiger plaudert mit seinem Mandanten, Photographen springen umher und die Richter und Staatsanwälte nehmen Platz.

 

Aus dem Off wird drübergesprochen, worum es in dem Fall geht. Sicherheitshalber erzählt ein Gerichtsprecher ohne Mimik aber mit Pudelfrisur dasselbe emotions-, betonungs und dynamiklos nochmal in die Kamera.

 

Eventuell versichert der Verteidiger auch noch, dass sein Mandant selbstverständlich unschuldig sei. Was auch sonst?! Der Typ ist sein Anwalt, verdammt!

 

Epilog:

Das Fernsehen berichtet wiederum unter Verwendung der bereits produzierten Filmschnipsel aus dem Archiv: »Im Prozess um XYZ ist nun das Urteil gefallen

 

Warum eigentlich gefallen? Es steht doch jetzt fest. Und wieso hebt es denn dann keiner wieder auf? Wenn es doch hin-, runter- oder vornübergefallen ist?! Oder sollte es vielleicht heißen, das Urteil ist gefällt worden?

 

 

Dies nur als kleine Handreichung für die Redaktionsstuben, äh Newsrooms speziell der Lokalsender, die über sowas doch so gerne und oft berichten – ob von Relevanz für die Zuschauer ist oder nicht.

 

 

Apropos Relevanz:

Warum eigentlich müssen am Wochenende immer diese ellenlangweiligen Fußballergebnisse im Fernsehen runtergebetet werden? Jedes Mal dasselbe: Eine Tafel mit den Spielpaarungen und geschossenen Toren wird eingeblendet, und der Moderator liest sie vor. Können Fußballfans nicht selber lesen?!

 

Viel schlimm sind natürlich die sogenannten Sport-»Journalisten«, die live vom Spielfeldrand berichten. (Besonders bei der einen Reporterin, die plärrt, als wäre sie zehn Männer, mache ich mir Sorgen um den Geisteszustand.) Und danach halten sie den abgehetzten Frisurenmodellen ein Mikro ins Gesicht und erwarten hochtrabende Erklärungen, warum man verloren/gewonnen habe. Und die Sender strahlen das auch noch aus!

 

 

 

Freitag, 15. Januar 2021

Die neueste Idee von »oben«: Zur Kontaktbegrenzung den öffentlichen Nahverkehr einstellen …

 

Da würde mich dann doch sehr interessieren, wie zahlreiche, gerade mal so eben tariflich entlohnte und deshalb dem Erwerb eines eigenen Automobils sehr ferne Krankenschwestern zum abartig frühen Dienstbeginn ins Hospital kommen sollen. Von den Kalamitäten anderer systemrelevanten Professionen mal ganz abgesehen.

 

 

I think, now it's time to shut down the internet for a while.

 

 

 

+++ Editor's note: +++

Dies sind sie nun, die Iden und halben Ideen des Januars!


 

 

 

 

 

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