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– März 2021 –

Montag, 1. März 2021

Gestern bei den Golden Globes hat Helena Zengel leider nicht gewonnen. (Ihre beängstigend gute Darstellung in »Systemsprenger« war der Hammer.) Wahrscheinlich hat das Acting von Tom Hanks im Western »Neues aus der Welt« sie runtergezogen … Aber okay, gegen Jody Foster kann man ja auch mal verlieren. Wenn man zwölf ist.

 

 

 

Mein Städteregionsrat und meine Oberbürgermeisterin gaben heute eine distanzierte Pressekonferenz zur Corona-Lage. Frau Obin hat gesagt: »Wir haben an manchen Stellen auch feststellen müssen, dass die Menschen dort von den Frühlingsgefühlen so übermannt oder überfraut worden sind, dass sie die Abstandsregeln vergessen haben.«

 

Also, das ist ja wohl der Hammer! Was ist das denn für eine sprachliche Schlamperei? Gendern!

 

Korrekt muss es natürlich heißen: »Wir haben an frauchen Stellen auch feststellen müssen, dass …«

 

 

 

Spätabends war ich im Elisengarten unterwegs. Exkursion in die Nachbarschaft. Dort hängt ja noch/schon diese kugelförmige Weihnachtsbeleuchtung, die wollte ich knipsen. (Man verlernt sowas ja schnell.) In 300 Tagen ist Weihnachten! Lassen die die Lämpchen nun einfach hängen im Geäst? In diesen zeitlosen Zeiten würde es mich nicht verwundern.

 

Beleuchtung im Elisengarten

 

Beleuchtung im Elisengarten

 

 

 

Dienstag, 2. März 2021

Ich war ewig nicht mehr in einem Kaufhaus. Aber heute. Im Saturn. Unfreiwillig … Es war auch nicht der ganze Saturn, sondern nur ein kleiner Bereich im Entree: Als ich gestern in der Nacht den Elisengarten knipste, ist meine eine Canon nämlich abgeraucht, von jetzt auf gleich. Der Verschluss wollte nicht mehr verschließen. Bei sowas seh ich schwarz.

 

Wie gut, dass das gerade jetzt passiert, wo ich gerade da bin kurz vor Ablauf der Gewährleistungsfrist.

 

Ein Vorteil vom »Lockdown«, der ursprünglich übrigens mal eingerichtet wurde, um uns ein entspanntes Weihnachten im Kreise unserer Lieben zu ermöglichen …: Es war nur ein einziger maskierter Kunde vor mir im ansonsten auch sehr leeren, gigantischen Aquis Plaza. Schnell rein, schnell raus – das darf gerne so bleiben.

 

 

 

Ansonsten ist derzeit nicht viel los. Eigentlich wollte ich jetzt mal heftig Kunden für demnächst akquirieren, aber solange die Corona-Lage ist, wie sie ist, kann ja niemand vernünftig planen. Wann es nochmal Hochzeiten oder größere Veranstaltungen geben wird, weiß der Geier. (Bis letzte Woche waren ja sogar Einzelshootings tabu. Weil die Friseure zuhatten – mit Wischmob und Farbansatz auf dem Kopf will ja niemand Portraits von sich machen lassen.)

 

Wobei es mich schon wurmt, wenn ich bei Insta und TikTok sehe, dass die Jugend ihr normales Programm abspult, Freunde, Fotos, Feierei – da leide ich doch etwas unter FOMO (fear of missing out). Aber es sähe schon ziemlich doof aus, wenn ich gerade jetzt bei steigenden Werten zu Shootings aufrufen würde.

 

Immerhin hab ich nun das jährliche Mailing (also klassisch, auf Papier!) an die Abi-Jahrgänge gemacht. Keine Ahnung ob und wann und wie da was gehen könnte, die jungen Leute haben’s ja grad auch nicht leicht, aber wenn es Abibälle gibt, will ich mittanzen!

 

 

 

Mittwoch, 3. März 2021

Einstufung als Rechtsextremismus-Verdachtsfall – die AfD darf nun offiziell vom Verfassungsschutz beobachtet werden.

 

Die AfD ist menschenverachtend und antidemokratisch?!

 

Nein!? – Doch! – Oh!

 

Ich frage mich, was die nun erlaubten V-Männer und -Frauen wohl rausfinden wollen. Leise ist die AfD ja nun nicht gerade. Es reicht aus, sich deren Reden im Bundestag auf Phoenix anzuhören und zu lesen, was die als sprachliche Grenzverschiebungen in den asozialen Medien so rausblasen. Das gibt die erste V-Mann-Überwachung per Homeoffice!

 

 

 

Donnerstag, 4. März 2021

Ich kann mich gut an die Pen & Paper-Rollenspiele aus den 80ern erinnern. Weil ich sie nie gespielt habe … Die Regeln, Spielwelten und Charaktere mit diversen Völkern und Monstern waren mir viel zu komplex. (»Ein Troglodyt kommt, wir sind am Arsch!«) Ein Brettspiel sollte niemals zur Lebensaufgabe werden. Da hätte man ja auch gleich das Gesamtwerk Tolkiens auf elbisch lesen können.

 

Später kämpfte ich mich dennoch durch Vergessene Reiche von Advanced Dungeons & Dragons. Sich zu zweit am Amiga durch Verliese schlagen, bewaffnet mit Zitronentee und Orangenplätzchen, das war OK. Mein Kumpane hat den Beholder bekämpft, derweil ich die Karten gezeichnet habe. Automapping? – Kinderkram!

 

 

Worauf ich eigentlich hinaus will: Nun wurde der Stundenplan Stufenplan für die dritte Welle präsentiert. Seit gestern gibt’s nach stundenlangen Debatten wieder neue Regeln, hurra! In kurz: 35 ist wieder raus, 50 und 100 sind wieder drin. In lang: Och, froooch misch nett! Da wurde glaub ich wieder heftig gewürfelt. Aber immerhin passt’s auf ein DIN A4-Blatt – es ist ja Deutschland hier.

 

Corona-Öffnungsschritte

 

Das Schaubild ist nicht schlecht – Glanz und Elend der Infografik. Ich frage mich allerdings: Wie haben die das so schnell zurechtgedengelt bekommen? Die Spitzfindigkeiten aus dem Tarifsystem des öffentlichen Nahverkehrs und des Steuersystems erfolgreich gebündelt – da hatte der Graphiker doch sicher Vorlauf!

 

Erlaubt ist nun ein Kunde pro 40 m² Ladenfläche und mit Termin (dann ist der Einzelhandel ja nun gerettet …), in der Gastronomie darf man eventuell bald mit Buchung und tagesaktuellem Test draußen wieder platznehmen, und jeder Deutsche kann sich einmal pro Woche gratis auf Corona testen lassen – falls ausreichend Tests da sind …

 

Den Test auf Alltagstauglichkeit und Wirksamkeit der Maßnahmen hingegen reiche ich demnächst nach.

 

Noch nicht ganz kapiert habe ich, worauf sich die Werte beziehen, auf Stadt, Kreis oder Bundesland. Und was passiert, wenn man einen Sechserpasch würfelt?

 

Diese Lockerungen gelten natürlich nur, wenn die diversen Kennzahlen nicht wieder nach oben schnellen. Dann greift die »Notbremse«. Doch ganz danach sieht’s gerade aus. Zum Vergleich: Wir stehen jetzt, da gelockert werden soll, zahlenmäßig ungefähr an der Stelle wie im Herbst, als der Lockdown anfingt.

 

 

 

Freitag, 5. März 2021

Kommando zurück: Das Verwaltungsgericht in Köln hat dem Bundesamt für Verfassungsschutz bis auf weiteres untersagt, die rechtsextreme Partei Alternative für Deutschland als Verdachtsfall einzustufen. Schade.

 

Der Ausgewogenheit, Gerechtigkeit und Gleichbehandlung zuliebe berichte ich sowas hier aber ebenfalls. Soll mit keiner vorwerfen, ich wäre Teil der L*genpr*sse.

 

(Und außerdem kann man die Begriffe »Verfassungsschutz, AfD, rechtsextrem, Beobachtung, Verdachtsfall« gar nicht oft genug im Zusammenhang schreiben!)

 

 

 

Samstag, 6. März 2021

08:00 Uhr: Es gibt nun Corona-Selbsttests im Aldi.

08:15 Uhr: Es gibt nun keine Corona-Selbsttests mehr im Aldi.

 

Wer die Nasenfreiheit der Maskenträger in den letzten Monat beobachten durfte, kommt wohl kaum auf das schmale Brett zu glauben, die Freitestung im Selbstversuch wäre zuverlässig und ein probates Mittel zur Pandemiebekämpfung.

 

Ich sah, wie so oft im Fernsehen …, wie sich diesmal arme Schülerlis mit einem Wattestäbchen selber in der Nase rumprockeln mussten, um potentiell infektiöses Material zutage zu fördern. Dem Gesichtsausdruck zufolge darf nicht davon ausgegangen werden, dass sie das nächste Mal, ohne Kamerabegleitung, wieder bis zur Hirnrückwand durchstoßen werden.

 

Das Mobbing-Potential positiv Getesteter im Klassenverband will man sich gar nicht vorstellen.

 

 

 

Sonntag, 7. März 2021

Hier kommt die Maus!

 

Wir feiern heute ein Jubiläum: 25 Jahre »Hier kommt die Maus!« von Stefan Raab.

 

Okay, die »Sendung mit der Maus« feiert auch, sie wird sogar 50. Das dürfte jedoch niemandem entgangen sein, der nicht gerade die letzten drei Monate auf einem einsamen Südseeatoll fernab aller Schiffsrouten verbracht hat. Oder in abgelegenen Tälern der Eifel, wo das Internet weder mit Glasfaser- noch mit Kupfer-, sondern mit Bambusleitung übertragen wird.

 

(Den weiteren Niedergang der Kultur erkennt man übrigens daran, dass das diesjährige Jubiläumslied von Mark Foster gesungen wird.)

 

50 Jahre Maus also. Dieser nervige kleine Nager, der die lehrreichen Sachgeschichten immer mit seinem öden Kokosnussschalen- und Kastagnettengeklapper unterbrochen hat, und auf den sich der WDR regelmäßig einen runterholt. (Was will man machen, wenn man halt nichts anderes hat.) Diese Maus hat nie was erklärt, sie war nie witzig, nicht mal fröhlich; maximal war sie ulkig.

 

Die Sachgeschichten hingegen waren immer toll. Was hab ich da nicht alles gelernt! Nach Armin Maiwald sind schon zwei Schulen benannt – das muss man als noch Lebender erst mal schaffen! (Klingt komisch, ist aber so.) Die sogenannten Lachgeschichten nervten eher – und gelacht habe ich da in 50 Jahren nicht. Außer beim kleinen Maulwurf von Krátký Film Prag. Yoi!

 

Als übermannsgroße Plüschfigur ist die kurz vor der Heiligsprechung durch den Sender stehende Maus nochmals öder. Die kann ja so gar nichts! Doch der WDR wird nicht müde, sie überall hin zu schicken, um zu faken, wie nahbar und leutselig er doch ist.

 

Aber vielleicht sehe ich das zu kritisch. Ich bin ja auch die falsche Zielgruppe.

 

Der durchschnittliche Zuschauer der »Sendung mit der Maus« ist viiiel jünger.

 

Knapp 40.

 

 

 

Montag, 8. März 2021

Sehr geehrte Damen und Herrinnen: Alles Gute zum Weltfrauentag!

 

Zum 100sten Mal schon. Und die Wirtschaft macht mit: Ich sah ernsthaft Reklame aus diesem Anlass, für Blumen und Schönheitscreme. Andererseits wird der Weltfrauentag in einschlägigen Kreise auch schon als feministischer Kampftag bezeichnet … – und was würde gegen solche Anwandlungen wohl besser helfen als ein paar nette Blümchen oder eine besänftigende Schachtel Pralinen?

 

 

 

Dienstag, 9. März 2021

Es war vielleicht nicht direkt strafbar, ist aber dennoch skandalös: Zwei (Stand heute) €DU- und €SU-Abgeordnete haben für ihre Vermittlung von Schutzmasken in schweren Corona-Zeiten jeweils sechsstellige Provisionen erhalten. Ja Mann, bei gesicherten Diäten mal eben ne fette Viertelmio abziehen! – Teile der Gastro- und Veranstaltungsbranche warten heute noch auf ihre Novemberhilfen.

 

 

 

Donnerstag, 11. März 2021

Selbst wenn man mir Meghan Markle auf den Bauch gebunden hätte, hätte ich nicht gewusst, wer das ist. (Hallo, wer bist du denn?! Geh weg da!) Nun weiß ich immerhin, dass sie sich die Nummer sechs in der britischen Thronfolge gekrallt hat und mit dieser gerne bei Oprah Winfrey im Garten sitzt. Und jetzt heulten sich da zwei Millionäre bei einer Millionärin vor einer laufenden Kamera aus.

 

Unter anderem ging’s um Rassismus-Vorwürfe: Wie farbig werden wohl die gemeinsamen Kinder aussehen, soll wer im Palast geraunt haben. (Nun ja, dass im Adel Abstammung und Vererbung ein Ding ist, könnte man unter Umständen gelegentlich vielleicht eventuell schon mal gehört haben.)

 

Wer genau es war, das wurde nicht verraten. Ich hätte da so meine Vermutungen; diese Familie ist voller illustrer Gestalten: HRH Prinz Philipp ist für seine despektierlichen Sprüche altbekannt, bei Prinz Andrew wäre sowas noch eine der lässlicheren Sünden, und Seine Königliche Hoheit Prinz Harry selbst pflegte einst im Nazi-Kostüm mit Hakenkreuzbinde Party zu machen. Man könnte fast sagen, sowas gehört bei den Windsors zum Guten Ton der Familie.

 

Als »Person of Colour« hätte ich Herzogin Meghan von Sussex nun auch gar nicht angesehen. (Hey, wenn ich drei Stunden ungeschützt in die Sonne gehe, bin ich ähnlich dunkel!) Okay, ihre Nase ist nicht schön. Aber die hat sie ja wohl eindeutig von ihrem Vater, mit dem sie sich auch schon überworfen hat und der von weitem erkennbar ein Weißbrot ist; also kein Rassismus möglich.

 

Oder ging’s bei der Farbe eigentlich um Prinz Harry? Weil er rot ist? (So ähnlich wie der Reitlehrer seiner Mutter.)

 

Wie dem auch sei, solch eine mediale Großabrechnung mit der eigenen Familie macht man natürlich am besten, wenn der knapp 100-jährige Opa wegen einer Herzoperation im Krankenhaus liegt.

 

 

 

Freitag, 12. März 2021

Es scheint die Woche der Rücktritte zu sein:

 

 

 

Samstag, 13. März 2021

Neben den diversen temporären Trends, bei denen man sich irgendwie vor der Kamera zum Affen machen soll (aktuell zum Beispiel bei der Bugs Bunny-Challenge), gibt es einen langlebigeren Trend auf TikTok: Besonders junge Damen schreiben in ihren Profiltext gerne: »Folgt mir bei Instagram!«

 

Toll, eine App, deren einziger Nutzen zu sein scheint, auf eine andere App zu verweisen. (Wobei die identischen Features die charakteristisches Erscheinungsbild der einzelnen Plattformen sowieso verwässern: Auf allen sogenannten sozialen Netzwerken kann man inzwischen Texte, Bilder, Kurzvideos und Livestreams posten – da äfft ein Anbieter den anderen nach.)

 

Die Profis haben dann in ihrer Bio auf Insta sogar noch einen Link auf eine Linktree-Seite, also auf eine Verteilerseite, auf der alle weiteren Seiten anklickbar verzeichnet sind, auf denen man ihr Treiben sonst noch so bewundern kann, Instagram, Twitch, Snapchat und Twitter als beliebteste. (Und die Amazon-Wishlist natürlich, eingerichtet für spendable Gönner, die den jungen Dingern wärmende Leibchen und langstieliges Schuhwerk sponsern wollen).

 

Ein Paradies jedenfalls für Stalker! (Menno, das ist ja jetzt gar keine Herausforderung mehr! Oder – damit die jungen Leute das auch verstehen – keine Challenge.)

 

Mit dem oben erwähnten »Treiben« ist durchaus auch die schlüpfrige Konnotation des Begriffes gemeint. Denn der aktuelle heiße Shice, um sich das Taschengeld aufzubessern, ist Only Fans. Was genau dort zu sehen ist, weiß ich nicht, denn der Eintritt kostet eine monatliche Abo-Gebühr pro Dame, doch ich vermute, dass dann auf die ohnehin spärliche Bekleidung der Einfachheit halber gleich ganz verzichtet wird. Im Prinzip keine dumme Idee, so wird Frau zur selbständigen Unternehmerin und kann ihre Selfies und Nudes anständig monetarisieren. (Hatte ich nicht schon vor Jahren hier mal rumgetönt, dass ich gegen Geld bereitwillig meinen Arsch in die Webcam halten würde, wenn ich denn ein hübscher Backfisch wäre? Doch meinen Arsch wollte leider keiner sehen.)

 

Ich las so einen ähnlichen Dialog zwischen einer Echauffierten und einer pragmatisch eingestellten Protagonistin:

»Wie, du hast einen Only Fans-Account?! Das heißt, Du lässt Dich dafür bezahlen, dass sich Männer auf Deine Photos einen runterholen?« –

 

»Wie, du hast keinen Only Fans-Account?! Das heißt, Du lässt Dich nicht dafür bezahlen, dass sich Männer auf Deine Photos einen runterholen!«

 

 

Montag, 15. März 2021

Nach Click & Collect ist nun Click & Meet der Opus Morandini Modus Operandi im gebeutelten Einzelhandel – Einkaufen mit Anmeldung im fest gebuchten Zeitfenster. Eine Instagram-Bekannte postete heute diesen Schlachtplan:

Einkaufen in Coroni-Times

 

Heute:

14:40 Uhr Zara

15:30 Uhr H&M

16:10 Uhr Depot

16:30 Uhr Lego Store

 

Morgen:

15:00 Uhr C&A (für Papa, chillt!)

What a great time to be alive.

 

 

 

Meine Kamera ist wieder heile und zuhause. Hui, was war die Stadt schon wieder voll! Ziemlich viele Leute haben scheint’s montagmorgens um 10:30 Uhr schon Zeit und noch Geld fürs Shoppen.

»Komm, lass noch nen Termin für H&M holen!«, war einer der zuvor nie gehörten Sätze, die ich aufschnappen musste, weil es wie gesagt recht voll war. (Diese Termine per Telefon oder Mail sind ein Witz, wenn die Leute sich dabei bereits in der Schlange vorm Laden knubbeln.)

 

Schlange vor H&M

 

 

 

So ein Lockdown hat so seine Vorteile: Vor knapp zwei Wochen ging ich zum Medienmarkt, bloß einer war vor mir dran, und ich war trotz Schadensaufnahme nach wenigen Minuten wieder draußen. Heute musste ich zunächst am Eingang anstehen, mich dann registrieren (Datenschutz my ass! Wann wird die Luca-App eingeführt?), mir den Weg durchs imaginäre, weil mit Tigertape nur notdürftig markierte Labyrinth bahnen und dann an der Servicestelle mit weiteren fünf Leuten in der Schlange warten. Kontaktvermeidung fühlt sich anders an.

 

Tigertape

 

 

Immerhin hab ich die Canon wieder zurück (und was zu erzählen); es lief auch klaglos per Gewährleistung. Und großreinegemacht hat der Service sie auch. Jetzt brauch ich nur noch mal was zum Photographieren …

 

 

 

Dienstag, 16. März 2021

Langsam wird’s anstrengend. Damit das Image von AstraZeneca besser wird, hat man es in Deutschland vorläufig vom Markt genommen, so dass alle sehen, dass man kontrolliert und alles transparent macht. Sieben von 1.600.000 Geimpften hatten nach Gabe nämlich eine Thrombose bekommen. Würde man Risiken stets so abwägen, dürfte eigentlich niemand mehr Auto fahren oder auf die Straße gehen. Wir hätten da ja nämlich auch noch eine Pandemie mit anrollender dritten Welle und ansteckenderen und tödlicheren Mutanten B.1.1.7 und P.1 (and counting) an den Hacken. Ich würde da impfen, bis der Arzt kommt!

 

 

Drosten: »Wir werden kurz nach Ostern eine Situation haben wie um Weihnachten herum.«

 

Weihnachtsmann Osterhase Nest zu Besuch

 

 

 

Mittwoch, 17. März 2021

Die katholische Kirche mal wieder. Wollen die ihren Laden bald ganz zusperren? In Köln (am Rhein) sitzt ein Erzbischof, der einen ersten Untersuchungsbericht zur Aufarbeitung von Kindesmissbrauch in den eigenen Reihen nicht rausrücken will, weil der wohl irgendwie fehlerhaft ist, so dass es in der Domstadt inzwischen leichter ist, an einen Termin für eine Impfung zu kommen als für einen Kirchaustritt.

 

Und mein Papst hat nun klargemacht, dass er Segen für gleichgeschlechtliche Paare nicht genehmigen wird, weil man »Sünde« nicht segnen könne. Entschuldigung, es werden ständig Motorräder und aller möglicher Kram gesegnet, aber den Bund zweier Menschen, die füreinander einstehen wollen und auf göttlichen Beistand Wert legen, kann man nicht segnen?!

 

 

 

Donnerstag, 18. März 2021

Na super, da schreibe ich mir hier nen Wolf, und paar Tage später sagt die EMA, AstraZeneca sei schon ganz okay und es sollte wieder genutzt werden. Ich bitte, meinen Rant von vorgestern zu vergessen.

 

 

Trotzdem schickt Katwarn eine Gefahreninformation …

 

Warnung

 

 

 

Freitag, 19. März 2021

Die Fridays reiten wieder. Und zwar gleich Stücker 4.000 statt der zuvor veranschlagten 1.500. Mit Masken, Fahrrad und Abstand, aber ohne mich. Ich glaube, die Zeiten des Fahrradfahrens sind vorbei.

 

Die Fridays reiten wieder. Und zwar Stücker 4.000 statt der zuvor veranschlagten 1.500. Mit Masken, Fahrrad und Abstand, aber ohne mich.

 

Außerdem frage ich mich, was es für das Klima bringen soll, wenn man zum Feierabend der noch arbeitenden Bevölkerung den Grabenring zufährt, und Autos und Busse stundenlang im Stau stehen müssen. Und wen genau das dazu bringen soll, den berechtigten Anliegen beizupflichten? »Hallo, wir haben ordentlich genervt!«, ist dann doch eine recht dünne Argumentationslinie.

 

 

 

Samstag, 20. März 2021

Heute haben wir richtig einen draufgemacht, jawohl! Mit allem Zipp und Zapp. Ein richtiger Event, seit Wochen nicht gehabt: Wir waren einkaufen! …

 

Ich kenne das so ja gar nicht mehr: Meine Viktualien erwerbe ich wenn nur frühmorgens vor Tag und Tau, und dann sind im Laden mehr Verkäufer als Kunden zugegen. Doch samstagnachmittags im großen Edeka im Hirschcenter besteht sogar die Gefahr, Bekannte zu treffen!

 

 

 

Sonntag, 21. März 2021

Alltäglicher Rassismus auf der Straße.

 

Alltäglicher Rassismus auf der Straße.

 

 

 

Montag, 22. März 2021

Corona-News zur Mittagszeit: Hier im fahlen Nordrhein hat das Oberverwaltungsgericht Münster vor einer Stunde die Einkaufsbeschränkungen wieder einkassiert. Weil es Ungleichbehandlung sei, dass Kunden in Buchläden einfach so reindürfen, für Elektronikmärkte und Klamottenhöker aber einen Termin brauchen. Jo, da hätte man auch selbst drauf kommen können … Womit sich die Gerichte heutzutage alles so befassen müssen, tz tz.

 

(Alternativ hätten die Geschäfte ja auch tricksen und das Sortiment erweitern können. Es hätte den Kunden sicher gutgetan, hätten Bershka, Hunkemöller und Hollister ein paar gute Bücher in ihre Regale gestellt.)

 

Allerdings führt diese Aufhebung nun dazu, dass es im Moment gar keine Regelung gibt! Was bedeutet, dass alle ab sofort öffnen dürfen, ohne Termine, ohne Kundenlimits pro Quadratmeter, ohne alles.

 

Ich schätze, im Ministerium titschen sie gerade im Dreieck – und das wird kein Billarddreieck sein –, um eine neue Verordnung zurechtzuzimmern.

 

Also auf zum Shopping!!!

 

Aber ich glaube, so spontan und reaktionsschnell sind die meisten Kunden gar nicht.

 

Beziehungsweise sind sie im Moment sicher damit beschäftigt, ihre Reise nach Malle zu buchen …

 

Mallorca ist im Moment nämlich kein Risikogebiet mehr, und daher wurde die Reisewarnung aufgehoben. (Neben Animateuren soll es da demnächst wohl auch Reanimateure im Hotel geben.)

 

Aber kein Neid, sollen die Sonnenhungrigen mal schön alle dort auf der Osterinsel an den Strand. So lange sie da sind, stecken sie hier schon mal niemanden an.

 

 

— — —

 

 

13:53 Uhr: Now that was quick. Die ministeriale Dreieckstitscherei hat sich gelohnt, es gibt eine neue Verordnung: Nun darf nur noch mit Termin und limitierter Kundenzahl geshoppt werden, auch in Buchhandlungen, Schreibwarenläden und Gartencentern.

 

(Es ist wie immer: Wenn sich einer beklagt, dass ein anderer mehr kriegt, führt das nicht dazu, dass alle mehr kriegen, sondern dass alle weniger kriegen.)

 

 

Bevor das jetzt hier jetzt ein Nachrichten-Ticker wird, schweige ich einstweilen.

Wer weiß, wie die Welt morgen aussieht. (Heute tagen wieder Kanzlerinnen und Ministerpräsidenten.)

 

 

 

Dienstag, 23. März 2021

Konnte letzte Nacht schlecht schlafen. Beziehungsweise erstmal gar nicht. Das hatte ich mit der MPK gemeinsam. Die tagten/nächtigten online bis gegen halb drei morgens. Ich war quasi live dabei. Mit den nun gefällten Beschlüssen sind sich der Bund und alle Bundesländer einig, außer Mallorca.

 

Nachdem um Mitternacht schon die heftigsten Gerüchte die Runde gemacht hatten (nächtliches Ausgangsverbot und wirklich harter Lockdown mit geschlossenen Supermärkten und alles), sind die Maßnahmen doch eher wieder weich: Kontaktbeschränkungen auch über Ostern wie bisher, große Versammlungen bleiben verboten, Präsenzgottesdienste sollen ausfallen, wenn die Kirchen mitspielen, und Gründonnerstag wird wie ein Feiertag behandelt, nennt sich aber »Ruhetag«, was auch immer das sein soll. Klingt wie »Draußen nur Kännchen!«.

 

An Karsamstag hingegen bleiben die Lebensmittelläden auf. Ach du heiliges Kanonenrohr: Karsamstag ist schon in normalen Jahren ein einzelhändlerisches Schlachtfeld! Der mündige Bürger, wie er warum auch immer genannt wird, kriegt es nämlich zu weiten Teilen regelmäßig nicht hin, diesen Tag nicht zu Armageddon an der Ladenkasse werden zu lassen. Wäre es angesichts der Lage nicht sinnig, eher zu entzerren, statt zu komprimieren?

 

Wenn wir uns alle dran halten, können wir gemeinsam Weihnachten feiern!

 

Der bestehende Lockdown soll (vorerst) bis zum 18. April weitergehen. Hurra, nur noch sechs Mal Lockdown verlängern, dann ist auch schon Weihnachten!

 

Von Einschränkungen und Kontrollen in Werkshallen, auf Baustellen und in Kantinen wieder mal kein Wort! Geschweige denn von einem Rechtsanspruch auf oder gar einer Pflicht zu Homeoffice. Und von Kontrolle der Aktionen im privaten Bereich schon gar nicht zu reden.

 

Die graduellen Abstufungen der Lockdowns können einen verwirren:

 

 

 

Leider wurde die Chance auf einen großen Wurf vertan. Man hätte doch sagen können:

»So ihr Lieben, ihr habt nun 10 Tage Zeit, euch entspannt etwas für zwei Wochen in die Vorratsschränke zu packen. (Sowieso wird ja schon seit Jahren geraten, dort Zeug für 14 Tage für Notzeiten zu bunkern.) Und dann haltet ihr über verlängerte Ostern mal die Füße still und die Bälle flach – da sind ja eh viele Feiertage und die Kinder müssen nicht zur Schule. Und zwar alle! (Außer Feuerwehr, Ordnungsbehörden, Gesundheitsdiensten und ein paar weitere, bei denen es echt nicht anders geht.)«

Vielleicht sogar mit einem Vorlauf von vier Wochen, damit auch die Firmen und Versorger genug Zeit haben, ihre Logistik anpassen. (Und bitte zwischendurch immer mal wieder dran erinnern, sonst wachen einige am Tag vorher auf und stürmen dann die Supermärkte.)

 

Wenn alles dicht ist, kann sich auch keiner beschweren, dass der eine was darf, was der andere nicht darf. Vielleicht könnte man ARD und ZDF noch dazu überreden, nur das wirklich Beste aus ihrem Repertoire zu senden, auf dass die Zeit daheim nicht lang wird. Da muss es doch was geben!

 

Stell dir vor, es ist Pandemie, und keiner geht hin! Und wenn nach dieser Unterbrechung eines Infektionszyklus‘ wieder alle aus dem Heimkino hervorgekrochen kommen, ist die Welle dann nicht mehr ganz so hoch, und wir kommen mit Masken, Testen und Impfen wieder weiter.

 

Das kostet sicher weniger als eine weitere Hängeparty im Rein-raus-Modus ohne Aussicht auf ein Ende. Ich hörte eben, dass die Osterruhe sieben Milliarden Verluste verursacht. Das muss man mal in Relation setzen. Was kostet uns wohl das monatelange Geeiere? (Hey, allein diese eine Gratis-Masken-Aktion im Januar/Februar hat den Steuerzahler mehr als zwei Milliarden Euro gekostet. Wir ham’s doch! Noch.) Das hätte man übrigens alles schon vor Monaten anleiern und durchziehen können – Mann, was hätte das ein Geld gespart!

 

 

 

Mittwoch, 24. März 2021

Kleiner Realismus-Einwurf zu meiner netten Idee von gestern: Es ist schon klar, dass das in Deutschland wohl eher vier Monate an Vorbereitungen brauchte, bis alle nötigen Anträge eingereicht, geprüft, bewilligt und genehmigt sind. Damit alle auch mitmachen, muss hier ja erst immer alles in Trümmern liegen. Ich bitte um Ungeduld!

 

 

 

Die Magnolien am Dom sind noch nicht ganz soweit:

 

Die Magnolien am Dom sind noch nicht soweit:

 

 

 

Hier ein Tipp für alle mit Fernweh: Unscheinbar im Holzgraben, Ecke Büchel gibt’s seit ein paar Monaten das Taste of Travel-Outlet der Frankenberg GmbH aus Würselen, tiefgefrorene Airline-Menüs direkt vom Hersteller. Verständlich, weil nicht mehr so viel geflogen wird, müssen die Caterer ihre Vorräte halt anderweitig verbraten.

 

im Holzgraben, Ecke Büchel gibt’s seit ein paar Monaten das Taste of Travel-Outlet der Frankenberg GmbH aus Würselen, tiefgefrorene Airline-Menüs direkt vom Hersteller

 

Die Fresspaketchen sind einzeln abgepackt in Portionsschalen. Wobei ich das Prinzip »Portion« ja noch nie verstanden habe … Was weiß denn der Koch, welchen Hunger ich habe?! Ich habe zwar noch nichts davon verspiesen, kann vom schief Ansehen aber schon sagen, dass da ein Holzfäller wohl nicht von satt wird. Nun gibt es aber auf den gängigen Reiseflughöhen nur ganz selten Bäume zu fällen, und angesichts der günstigen Preise futtert man daher eben zwei der Düppchen leer! Weil man die Schalen 40 Minuten lang bei 150° im Ofen aufbacken soll, ist es sowieso günstiger, gleich mehrere auf einmal zuzubereiten. Beziehungsweise zubereiten zu lassen:

 

Was in der Zubereitungsanleitung nämlich nicht steht: Für einen möglichst authentischen Genuss sollte man seine Mahlzeit auf ein etwas zu kurzes Brettchen stellen und seinen Sessel maximal 73,7 Zentimeter vor einer fensterlosen Wand platzieren; auf jeden Fall aber zwei Zentimeter näher dran als die Oberschenkel lang sind. Hilfreich ist, wenn man eine Bekannte bittet, sich in ein schickes Uniförmchen zu zwängen, ein farblich passendes Häubchen aufzusetzen und ein entsprechendes Halstuch umzubinden und die Gerichte durch einen langen Flur stöckelnd freundlich lächelnd am Platz zu servieren. Ein Glas Tomatensaft dazu ist selbstverständlich obligat!

 

im Holzgraben, Ecke Büchel gibt’s seit ein paar Monaten das Taste of Travel-Outlet der Frankenberg GmbH aus Würselen, tiefgefrorene Airline-Menüs direkt vom Hersteller

 

Für Liebhaber der No-waste-Bewegung ist die Chose allerdings nichts …

 

Andererseits verursacht man ebenfalls Verpackungsmüll, wenn man drölf Zutaten herkömmlich einzeln kauft und zusammenrührt. Immerhin spare ich CO2, indem ich nicht fliege!

 

Das Sortiment wechselt wöchentlich. In der Economy Class fiel meine Wahl nun einmal auf Rinderstreifen in Pfeffersauce, asiatische Rindfleischstreifen in Black-Pepper-Sauce mit Reis, Pak Choi und Paprika, Hähnchen »Spicy Hollandaise«, Hähnchenbrust mit Jalapeño, Sauce Hollandaise, Brechbohnen und Thai Reis, und Hähnchen nach Nidwaldner Art, Hähnchengeschnetzeltes in Champignon-Rahmsoße, hausgemachte Rösti und Bohnen.

 

Für denjenigen, der die Annehmlichkeiten der Business Class zu schätzen weiß, gibt’s Kalbssteak mit Senfkruste auf Kalbsjus mit Polenta und Blumenkohl-Brokkoli-Prinzessbohnen.

 

Damit sollten doch jetzt die Oster-Menüs gesichert sein!

 

(Das Problem nur: Ich würde am liebsten jetzt schon anfangen, alles durchzufuttern …)

 

 

 

Alter! Es macht echt keinen Spaß mehr, sich aktuell aufzuregen. Einfach einen Tag abwarten:

 

Die Osterruhe ist nun wieder gekippt worden …

 

Von meiner Kanzlerin höchstpersönlich. Man sei zur Einsicht gekommen, dass das rechtlich nicht umzusetzen wäre, jedenfalls in der Kürze der Zeit. Und teuer wär’s auch.

 

Tja, wir haben ja erst ein Jahr Pandemie, da hatte man ja kaum Zeit, sich mal ein paar Szenarien zurecht zu legen und praktikable Lösungsstrategien auszubaldowern …

 

Ich wünschte echt, die Leute würden nicht nur in der Bund-Länder-Konferenz miteinander reden. Und vielleicht mal Leute mit Ahnung, Weitblick und Alltagserfahrung hinzunehmen. Und zwar vorher, vor der Verkündigung pandämlicher Beschlüsse. Die geben doch sonst so gerne viel Geld für Berater aus. (Ich rate jedoch davon ab, die üblichen Verdäch.. Beratungsfirmen zu engagieren, sondern lieber welche, die sich auskennen.)

 

Vielleicht machen die ihre Corona-Runden auch nicht immer übermüdet bei Nacht und Nebel in kleiner Runde, sondern mal tagsüber. Ein paar Nächte mit zu wenig Schlaf haben dieselbe Wirkung wie eine Promille Alkohol im Blut. Kein Wunder, wenn da Schnapsideen bei rauskommen. Wir hätten da ja auch noch so einen schönen Parlamentssaal – der hat sogar Tageslicht!

 

Nächste Gradationsstufe:

 

 

 

Komisch, sogar im Suezkanal klappt das mit dem Lockdown … Oder ist das eine Thrombose? Die Containerfrachter »Ever Given« straft den Königgrätzer Marsch (aka »Wir haben den Kanal noch lange nicht voll!«) Lügen. Nun muss der Kahn aus dem Dreck gezogen werden.

 

 

 

Frau Merkel hat ihre alleinige Schuld am vorösterlichen Eiertanz immerhin eingeräumt. Fein. Sowas hört man selten. Es ist ja auch nett, dass sie‘s auf ihre Kappe nimmt. Aber da in der von ihr moderierten Online-Konferenz saßen auch noch 16 moderate Ministerpräsidenten rum. (Wahrscheinlich hätte man sich’s denken können, dass das Ganze nicht ernst gemeint war: Der Gründonnerstag ist der 1. April.)

 

 

Aber was machen wir jetzt stattdessen? Dem Virus sind Entschuldigungen nämlich ziemlich egal. Weiter wie bisher?! Liebgemeinte Aufrufe, doch bitte daheim zu bleiben, aber trotzdem weiter zur Arbeit und zur Schule zu gehen? Die werden nicht mehr lange fruchten. Neben der Infektionsgefahr steigt nämlich auch die Unzufriedenheit in der Bevölkerung, die auch wegen ausbleibender Resultate zusehends ermüdet. Wobei große Teile der Bevölkerung sich einen Sport daraus machen, nach Schluplöchern in geltenden Regeln zu suchen.

 

 

Die nächste Bund-Länder-Runde ist ja schooon für den 12. April geplant … Mensch, was machen die bis dahin?! Ach, ich sollte das Internet abknipsen und das Radio verschenken!

 

 

 

Donnerstag, 25. März 2021

Aber es gibt ja noch so viele andere dräuende Probleme:

 

Die Tierschützer von Peta kritisieren auf ihrer Internetseite »Redewendungen, Sprichwörter und Ausdrücke, die Gewalt an Tieren verherrlichen«.

 

Man möge zwei Fliegen doch bitte nicht mit der Klappe schlagen, keine Hühnchen mehr zu rupfen haben, keine Stiere bei den Hörnern packen oder Katzen aus dem Sack lassen. All das gehöre nach Ansicht der unmandatierten Tierrechtler abgeschafft. Stattdessen solle man zwei Erbsen auf eine Gabel laden, Weinblätter zu rollen haben, eine Sache so furchtlos wie eine Kuhmutter angehen und die vegane Calzone aufschneiden. …

 

Sonst wäre das nämlich Speziesismus, Diskriminierung aufgrund der Spezieszugehörigkeit, jawohl! Außer einem Neueintrag für die Rechtschreibkontrolle ist es wohl auch noch das Ding für alle, denen Rassismus nicht mehr reicht.

 

Doch diese schreiende Ungerechtigkeit muss ja nicht so bleiben: »Protestieren Sie direkt auf der Straße mit unserem kostenlosen Demopaket Speziesismus.« Wobei ich persönlich lieber die »Lieber nackt als im Pelz«-Aktion wiedersehen würde. (Ich bin nun über 50, also ein dirty old man, und sollte tun und gut finden, was von mir erwartet wird!)

 

Jetzt mal Butter bei die Fische: Was für ein Bockmist! Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt! Das sage ich als alter Hase. Ich glaub, mein Hamster bohnert! Wenn die Katze aus dem Haus ist, tanzen die Mäuse auf dem Tisch. So geht die Deutsche Sprache doch vor die Hunde. Das versteht doch kein Schwein mehr. Klar, dass ich mich wie ein Geier auf so ein saudummes Thema stürze und ein Affentheater daraus mache. Wenn mir einmal einer einen Floh ins Ohr gesetzt hat, benehme ich mich wie ein Elefant im Porzellanladen. Diese Kröte müsst Ihr nun schlucken! Ich bin kein Hasenfuß, sondern hab bloß keinen Bock mir solch einen Bären aufbinden zu lassen. Keine zehn Pferde bringen mich dazu! Vielleicht beißt sich da die Katze aber auch nur selbst in den Schwanz, und es kräht kein Hahn danach. Denn man hat ja auch schon Pferde vor Apotheken kotzen sehen. Aber bevor Ihr mich nun zur Schnecke macht und ich mich winde wie ein Aal: Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier, da beißt die Maus keinen Faden ab. Jedem Tierchen sein Pläsierchen! Und wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis.

 

 

(Als Beifang dieser ziemlich ziselierten Zeilen ist eine Liste aller mir bekannten Redensarten, Sprüche und Begriffe mit Tieren entstanden, die ich fein säuberlich nach Spezies sortiert hier der interessierten Leserschaft darbieten möchte.)

 

 

 

Freitag, 26. März 2021

Mist, ich wollte es doch nicht tun … Doch zu spät: Wieder Nachrichten geguckt!

 

Die obrigkeitslicherseits gesendeten Signale sind etwas schizophren ambivalent:

Bundesgesundheitsminister Spahn warnt vor dem Erreichen der Leistungsgrenze des Gesundheitssystems im April und pocht auf die beschlossene »Notbremse«, Landesgesundheitsminster Laumann in Düsseldorf hingegen will nur auf die Stotterbremse treten und sogar einen Modellversuch starten: Vier Kreise in NRW sollen »Modellregionen« werden; Einkauf und Kulturgenuss sollen für diejenigen mit einem tagesaktuellen, negativen Test wieder möglich sein – trotz stabil steigender Inzidenzzahlen. Die Städteregion Aachen soll mit von der Partie sein. (Sieben-Tage-Inzidenz heute: 106 …)

 

Und das Saarland will für alle mit Test nach Ostern gleich komplett öffnen. Aber das Saarland ist ja auch nur ungefähr so groß wie das Saarland; und viel mehr als ein Haushalt wird das schon nicht sein.

 

Warum verabreden die sich immer groß in diesen Konferenzen, wenn kurz danach doch jeder sein eigenes Süppchen kocht? Einen Sack Flöhe hüten ist einfacher. Ich hoffe, dass nicht eintreten wird, was Kassandra Lauterbach ständig prophezeit.

 

Ein Hoffnungsschimmer: Vielleicht kommt nach der englischen, der südafrikanischen und der brasilianischen Mutation die nächste Variante ja aus Deutschland! Die ist entgegen ihrem Image entsetzlich unstrukturiert und ineffizient und kann sich nicht entscheiden, was sie macht oder nicht macht – dann haben wir alle unser Schäfchen im Trockenen!

 

 

 

Sonntag, 28. März 2021

Was das denn: Schon wieder Sommerzeit?! Wollte der Juncker von der EU diesen Driss nicht dieses Jahr endlich abschaffen? Andererseits: Was ist schon Zeit in diesen Tagen? Wenn Weihnachten und Karneval und was weiß ich nicht noch alles schon ausfallen, bleiben so wenigstens zwei feste Termine im Jahreskreis bestehen. So kommt man mit dem Jetlag des Kleinen Mannes zu ein bisschen Urlaubsfeeling.

 

 

 

Apropos: Es ist angerichtet!

 

Taste of Travel aachen

 

Asiatische Rindfleischstreifen in Black-Pepper-Sauce mit Reis, Pak Choi und Paprika. Recht lecker, aber wie gesagt, der Trend geht zum Zweitschälchen. (Die übrigens ziemlich stabil sind; damit kann man prima noch was anderes anfangen!) Für die gesamte Economy Class des Fliegers ist der Koch wahrscheinlich mit einer einzigen Paprikaschote ausgekommen.

 

Daher noch etwas Süßes zum Kaffee. (Na, kann sich noch jemand an die erinnern?)

 

Belgische Waffeln

 

 

 

Montag, 29. März 2021

Frau Merkel hat gestern Abend bei Anne Will einigen Ministerpräsidenten in Abwesenheit die Ohren langgezogen. Die Gescholteten gaben es ihr heute teilweise zurück. Ich könnte auch Namen nennen, aber ich laschet lieber. Would you pass me the Popcorn, please? Wenn es nicht so traurig wäre.

 

 

 

Dienstag, 30. März 2021

In der letzten Nacht konnte ich unerklärbarerweise so gar nicht schlafen. Um drei Uhr wurde ich wach, und es war um die Nacht geschehen. Zum Glück hatte ich mir »Stranger Things« aufs Handy geladen und musste die Nacht daher nicht allein im Bett verbringen. Nachdem ich im ersten Lockdown überhaupt nichts auf Netflix geguckt habe, habe ich vergangene Nacht gleich anderthalb Staffeln davon weggebingt.

 

»Stranger Things« ist eine Serie, wie sie Stephen King, Steven Spielberg, Robert Zemeckis, Ridley Scott und Joe Dante nie gemacht haben. Aber sicher hätten machen können. Ein paar pfiffige junge Nerds und später auch Nerdinnen müssen mit unheimlichen Geschehnissen in der fiktiven amerikanischen Kleinstadt Hawkins in Indiana klarkommen; ein paar Erwachsene dürfen auch mitmachen. Das ganze spielt in den Achtziger Jahren, was alleine wegen der zeittypischen Schauwerte das Angucken lohnt. Der Zeit entsprechende, nostalgiefördernde Musik, popkulturell geprägte Teenies, Kalter Krieg, böse Russen und entsetzliche Frisuren – alle Klischees werden erfüllt, die wir so lieben.

 

Die 80er waren ja sowieso das coolste Jahrzehnt, nur wusste man das damals noch nicht so, weil man seine Zeit mit den binomischen Kriegen und den punischen Formeln und sowas verschwenden musste. Heutzutage würde solch eine Story gar nicht mehr funktionieren, weil fünf Jugendliche mindestens sechs Handys bei sich haben; ständig ortbar, kommunikabel und informiert. Damals war man der King, wenn man Walkie-Takies sein Eigen nennen konnte! Oder wusste, wie man eine Bibliothek bedient. Und schicke Fahrräder besaß. Das wäre beim heutigen Straßenverkehr viel zu gefährlich. (OK, die Kids kriegen es mit bösen Wissenschaftlern und Monstern aus einer anderen Dimension zu tun – wahrscheinlich kämen sie auch mit ein paar SUVs parat.) Upsi, habe ich da etwa gespoilert …? Na egal.

 

Zu Beginn der ersten Staffel ist noch alles schön geheimnisvoll, man sieht nicht viel Konkretes, sondern mehr Andeutungen und Ahnungen. Später kommt da sehr viel mehr Action in die Bude, und teilweise wird es zum CGI-gesättigten Splattermovie, was der Highschool-Mystery-Serie nicht guttut. Am besten sind die Folgen, bei denen die sympathischen Protagonisten ohne viele Effekte reden und handeln.

 

Was wohl nervt, sind die typisch amerikanischen Dialoge; selbst auf Deutsch. Die hat man wirklich alle schon mal gehört. Und gehört und gehört und gehört. Besonders Winona Ryder (das süße Ding aus »Reality Bites«; ich hätte sie beinahe nicht wiedererkannt!) als die meiste Zeit hysterisch rumpanikende Mutter strengt an. Die meisten anderen Darsteller waren mir bis dato unbekannt, spielten aber sehr überzeugend; besonders die Darsteller der Jugendlichen, Millie Bobby Brown, Gaten Matarazzo, Natalia Dyer und Maya Hawke, die übrigens die Tochter von Uma und Ethan ist; also quasi das direkte Resultat von Gattaca.

 

 

 

Mittwoch, 31. März 2021

Das Redaktionsnetzwerk Deutschland meldet: Weil ihr Corona-Test bei der Einreise positiv ausfiel, sind die ersten deutschen Urlauber auf Mallorca nun in Hotel-Quarantäne. Nein, keine Häme. (Diesmal.)

 

Unn ich sach noch …! Vielleicht hätten die sich gar nicht testen lassen, wären sie zuhausegeblieben, und liefen jetzt hier rum und würden unerkannt die Leute anstecken. Also alles gut. Außer vielleicht für diejenigen, die ihre 14 Tage Malle nun isoliert im Hotelzimmer verbringen müssen.

 

 

 

Ach, und Neues von AstraZeneca: Nun dürfen sicherheitshalber nur noch über 60 Jährige damit geimpft werden. (Wenn denn mal genug davon geliefert wird …) Nachdem es früher nur die unter 65 Jahren waren.

 

Zusätzlich zur Diskussion um schwankende Wirksamkeitswerte dürfte das nun dem Image der Firma den Todesstoß geben. Denn die heißt ja nun mal so, AstraZeneca. Und stellt Medikamente wie zum Beispiel Acerbon, Arimidex, Atacand, Beloc-Zok, Bydureon, Crestor, Daxas, Feanor, Fingolfin, Forxiga, Imfinzi, Lokelma, Lynparza, Radagast, Seroquel, Tagrisso und Trixeo her. Das könnten aber auch Charaktere aus Tolkiens Welt sein. (Und tatsächlich befinden sich auch drei davon in dieser Liste …)

 

Der Name des Impfstoffs selbst lautet korrekt AZD1222, liebevoll zu COVID-19 Vaccine AstraZeneca verkürzt. Ich scherzte schon, dass die in der Marketingabteilung jetzt mehr Überstunden machen müssen als die in Forschung und Produktion zusammen.

 

Und dann hörte ich heute, dass sie den Handelsnamen in der EU seit letztem Wochenende tatsächlich schon in Vaxzevria geändert haben! Nein, so ein Zufall! Neue Namen helfen gegen Gerinnsel, das weiß man ja.

 

Dabei ist auch dieser Begriff nicht unbelastet. In einigen entlegenen Tälern der nördlichen Ostalpen flucht man so: »Jo Vaxzefria nochamoal, do gerinnt mir ja des Blut in der Birne!«

 

 

 

Der letzte Tag des Quartals beschert uns mit über 25 Grad den ersten Sommertag.

 

Magnolien am Dom

 

 

 

 

»Hallo Ihr Lieben, schaut Euch mal mein neues Unboxing-Video an!«

Pandora

 

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