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– Mai 2020 –

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Freitag, 1. Mai 2020

Tag der Arbeit

 

Tag der Kurzarbeit

 

Tag der Kurzwarenarbeit

 

Tag der Kurzwarenarbeit

 

Doch der Eindruck täuscht (mit Photos kann man prima lügen): Ich habe nur die zugeschnittenen Stoffteile meines Munasken-Entwurfs aufgereiht. In echt und fest, mit Schrägband und allem Pipapo wurde mein individueller Gesichtslappen von einer des Maschinennähens Kundigen zusammengefügt.

 

Außerdem wurde ich bekocht und bebacken.

 

Zitronentarte

 

Maibaum

 

 

 

So Freunde, es wird ernst, ich werde Hartzer: Knapp zwei Monate ohne nennenswerte Umsätze und vor allem ohne Aussicht darauf, dass sich das in nächster Zukunft ändern wird, sowie ein Blick auf mein dahinschmelzendes Bankkonto zwangen mich, zu tun, was ich eigentlich nicht tun mochte: Ich habe einen Antrag auf ALG II gestellt. Denn das tolle, so einfach zu beantragende (und zu überlistende) Soforthilfeprogramm kommt für mich wie für die meisten Soloselbständigen nicht infrage. (Für solche vermeintlichen Lächerlichkeiten wie Miete und Krankenversicherung, die zwei Drittel meiner Fixkosten ausmachen, darf die Unterstützung nämlich nicht verwendet werden.)

In diesen Zeiten bietet das Jobcenter den »Vereinfachten Antrag auf Grundsicherung / Arbeitslosengeld II« an.

 

Vereinfacht … Ich will nicht wissen, wie dann der normale Antrag aussieht! Sprachlich sicher nicht unbewandert habe ich über vier Stunden gebraucht, um mich durch ihn und die diversen Anlangen zu kämpfen (VA, KDU, KAS, SV, EK und EKS – um nur die schönsten zu nennen). X Seiten purer Spaß. Ein halbes Pfund Papier spuckte der Drucker zwar nicht aus, aber schon 153 Gramm. (Erst später fand ich heraus, dass man dieses Konvolut auch online übermitteln kann …) Mal schauen, was es bringt.

 

 

Samstag, 2. Mai 2020

Dieser Tage kam in der 3sat-Kulturzeit ein Klassiker der Kulturschwurbelei. Es ging um das Stück »TANZ. Eine sylphidische Träumerei in Stunts« nach dem Konzept von Florentina Holzinger beim (virtuellen) Theatertreffen 2020 der Berliner Festspiele. (Bei 09:40 geht’s los, weltweit verfügbar bis 30.04.2021.)

 

Was ich vom Inhalt erkennen konnte: Ein gutes halbes Dutzend Frauen wirbelt nackt auf der Bühne und in der Luft herum. So weit, so gut. Aber jetzt nicht nur brav oben-ohne, also ein schüchternes Brüstchen hie und da zur Verdeutlichung der Dramaturgie, sondern ein Fest für jeden Gynäkologen.

 

Nichts gegen die Aufführung an sich (wer bin ich, die freie Kunst zu kritisieren!), aber gegen die verwendeten Stanzen im Bericht darüber:

Dazu gab es ein Interview mit der näselnden Österreicherin, die leicht angeschickert wirkend per Facetime aus dem Homeoffice dazugeschaltet war und mitunter selbst schräg auflachen musste, wenn sie vom »Spaß an der Repräsentation des weiblichen Körpers« sprach.

 

Hey, bevor das sexistisch rüberkommt: Den männlichen Körper könnte man von mir aus auch gerne mal so zeigen. (Nur aufpassen wann und wo: Man kassiert schnell eine Anzeige wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses. Wenn eine Frau nackicht durch die Gegend läuft, ist das meist okay; beziehungsweise strafrechtlich irrelevant.)

 

 

Sonntag, 3. Mai 2020

Schon wieder eine Wolfssichtung! Ich finde, es reicht so langsam mal. Statt Schafe zu reißen, sollten die Isegrims sich bitte mal konstruktiv an der Krise beteiligen und die Kinder von überforderten Eltern im Homeoffice aufziehen! Vielleicht studieren die ja dann Architektur und bauen später auch mal eine Stadt auf sieben Hügeln.

 

 

Es gibt weitere Lockerungen:

Ich werde morgen als allerallererstes direkt zum Friseur gehen! Denn ich glaube, man kann bei mir schon einzelne graue Härchen erkennen …

 

 

Montag, 4. Mai 2020

Live long and prosper!

 

MAY THE 4TH BE WITH YOU live long and prosper

 

(Ich hoffe, es fällt niemandem auf, dass der Griff an meinem Laserschwert keine Isolation hat …)

 

 

 

Profi-Tipp:

Jetzt, wo alle beim Friseur sind, Klopapier kaufen gehen!

 

 

 

Der gemütliche Teil des achtwöchigen »Lockdowns«, der keiner war, ist wohl vorbei …

 

Meine Güte: Einige tun so, als hätten wir sechs Monate in feuchten Kellern vegetieren und uns von dem, was uns die Ratten übrigließen, ernähren müssen! Wir hatten noch nicht einmal eine Ausgangssperre. Wir konnten bloß ein paar Wochen lang nicht ganz überall hin. Sonst war alles da: Fließend Wasser, Strom, Heizung, Fernsehen, Netflix. Amazon und die Pizzadienste lieferten wie blöde. Hey, man konnte sogar selber einkaufen gehen! Einverstanden, das Klopapier wurde kurzzeitig knapp. Aber nicht wegen eines grassierenden Virus, sondern wegen grassierender Dämlichkeit.

 

Mehr als ein Lockdöwnchen war das nicht. Man schaue sich mal China oder Italien an! Angesichts einer ländergreifenden Ausbreitung einer potentiell tödlichen Krankheit, gegen die es keinen Impfstoff und kein Heilmittel gibt, ist es bei uns bisher sehr glimpflich abgelaufen.

 

(Den wirtschaftlichen Aspekt verschweige ich hier mal … Wobei es schon zu denken gibt, wenn »die Wirtschaft« zugrunde geht, wenn wir bloß mal acht Wochen lang nur das kaufen, was wir auch wirklich nötig brauchen …)

 

 

 

Also zurück zu normal. (Dabei ist »normal« doch sonst immer so böse …) Als ich heute tagsüber in der Stadt war, sah das nicht sehr viel anders aus als sonst an einem beliebigen vierten Mai. Wie einst im Mai halt. Einverstanden, einige Leute trugen eine OP-Maske (meist am Kinn oder am Ellenbogen …) und an etlichen Geschäften standen Schlangen vor der Tür und lasen an Abstandhaltern die zahlreichen Zettelchen mit detaillierten Angaben, wie viele Leute wann rein dürfen und wie man wo zu stehen und zu gehen hat, was man früher ohne individuelle Anleitung beherrschte. (Wenn der Laden nicht eh schon dauerhaft geschlossen war …) Flankiert wurden diese Maßnahmen von Markierungen mit Klebeband und Auszeichnungen von Laufwegen als Einbahnstraßen mit lustig buntem Flatterband.

 

reinraus

 

Weil auch in der Corona-Krise Dinge kaputtgehen, fand ich mich nachmittags bemundschutzt als Berater in der Schlange vorm Saturn wieder. Ein neuer Monitor sollte gekauft werden. Heutzutage ist funktionierendes Computerequipment überlebensnotwendig.

 

Echt jetzt, in den Achtzigern hätte Corona überhaupt keinen Spaß gemacht!

 

SATURN

 

Einkaufen wird nun zum ganz neuen Shoppingerlebnis, wenn nicht gar zum Abenteuer:

Um in den Saturn zu kommen, muss man erstmal an einer Schlange anstehen; natürlich fein säuberlich zwei Meter voneinander separiert. Dann bekommt man einen – wie ich hoffe regelmäßig desinfizierten – Pinökel mit Karte in die Hand gedrückt, der dazu bestimmt ist, die werte Kundschaft zu zählen, um die maximal erlaubte Anzahl Kunden im Laden nicht zu überschreiten. Wenn einer der besagten Kunden sich freut, endlich Einlass zu bekommen, wird er erst gefragt, was er denn erwerben möchte, – und dann in die nächste Schlange eingereiht. (Man kennt das Prinzip aus dem Phantasialand.)

 

Als der erste Mitarbeiter uns an einer Absperrung auf seinem Handy (!) die verfügbaren Modelle zeigte, fragte ich mich kurz, warum wir das Dingen nicht selber im Internet bestellt hatten … Der zweite Mitarbeiter allerdings lief echt oft hin und her und schleppte auch einen netten Monitor an.

 

Kurzgesagt: Das Tante-Emma-Laden-Prinzip hat im Elektronikmarkt Einzug gehalten! Stöbern is nich, aber man muss auch nicht verzweifelt nach einem Berater suchen wie sonst.

 

 

 

Dienstag, 5. Mai 2020

Die Autobranche hat Eier: Bei den Abgaswerten betrügen, Steuern vermindern, Boni und Dividenden auszahlen – und jetzt um Staatshilfe in Form von »Kaufanreizen« betteln!

 

Weil: die Arbeitsplätze! Laber laber. In Kultur und Gastronomie sind noch viel mehr Menschen tätig und sehr viel mehr Existenzen gefährdet als in dieser lobbygepamperten Branche. Gibt es da staatlich geförderte Konzert- oder Restaurantgutscheine? Nein; um es für die der rhetorischen Frage nicht Kundigen zu beantworten.

 

Abgesehen davon bringen Autokaufprämien nichts. (Es sei denn, man möchte sich angesichts von drohender Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit oder Existenzverlust erst noch schnell mal mit einem schicken Neuwagen trösten.) Wie man an der letzten Abwrackprämie gesehen hat: Das Auto, das man sich dieses Jahr mit Zuschuss kauft, wird man in den nächsten Jahren eben nicht mehr kaufen.

 

Wenn die Autoindustrie Kaufanreize haben will, soll sie sie gefälligst selber schaffen: kein Beschiss bei den Abgaswerten, sinnvolle Elektro-Autos, verstärkte Forschung mit Brennstoffzellen oder Wasserstoffantrieb und Autoformate, mit denen man in handelsübliche Parkplätze auch reinkommt. Bis dahin: Heul leise, Chantal!

 

Letztens las ich, wir können doch zur Unterstützung der Autoindustrie abends auf dem Balkon klatschen – bei den Pflegekräften hat das ja auch prima geklappt.

 

Oder eine Zündkerze ins Fenster stellen, auch eine schöne Idee.

 

 

Mittwoch, 6. Mai 2020

Laut meiner Kanzlerin haben wir die erste Phase der Pandemie nun hinter uns. (Wie viele Teile hat dieser Film eigentlich?) Die Länder lockern nun, wo sie können. Vieles wird wieder zugelassen.

 

Beziehungsweise nicht zugelassen, sondern wieder aufgemacht:

 

Schalten Sie also auch demnächst wieder ein, wenn es heißt: »Deutschland sucht den Superspreader!« Die beschlossenen Lockerungen heißen nämlich nicht, dass die Pandemie vorüber wäre. Sie bedeuten nur, dass es für dich gerade einen Platz auf der Intensivstation gibt.

 

 

All das gildet allerdings nur, wenn es nicht mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gibt.

 

Bei diesen Zahlen kann ich mich irren. Die Auswahl schien beliebig. Vielleicht waren es auch sieben Neuinfizierte pro 50 Einwohner in 100.000 Tagen …

 

 

Donnerstag, 7. Mai 2020

»R2-D2 hatte schon bessere Tage gesehen. Doch auch für ihn galt nun die Maskenpflicht.«

 

»R2-D2 hatte schon bessere Tage gesehen. Doch auch für ihn galt nun die Maskenpflicht.«

 

 

Der Vollständigkeit halber:

 

Autokino

 

(Das Kino früher verlassen, wenn der Film scheiße ist, geht da übrigens nicht …)

 

 

to go

 

 

Freitag, 8. Mai 2020

»Promi« zu sein ist heute auch nicht leicht, oder?

Ein veganer Koch, ein Mannheimer Sänger, ein geschasster Radiomoderator und ein paar andere, die sich zu wenig beachtet fühlen, drehen gerade ziemlich frei mit absurden Vermutungen und Verschwörungstheorien. Wenn es denn mal Theorien wären! Dann wären es wissenschaftliche Aussagen (verifizierbar/falsifizierbar), mit denen man eventuell sogar was anfangen könnte.

 

Gibt’s dafür eigentlich schon eine Klassifikation nach ICD-10? Zunächst sah es danach aus, dass wir nicht genug Betten auf den Intensivstationen hätten. Haben wir aber. Nun fehlt es an Gummizellen …

 

Was soll das eigentlich für eine Verschwörung sein, wenn sogar solche Honks über sie Bescheid wissen?!

 

 

 

Was ist denn mit der Sonne los? Hat die auch Corona?

 

Hallo Halo!

 

Hallo Halo!

 

 

Samstag, 9. Mai 2020

Forscher weltweit forschen mit Hochdruck an einem Impfstoff gegen das neuartige Corona-Virus. Es gibt auch höchste Zeit, denn wenn diese Pandemie anhält, hat das katastrophale Folgen. Dann wird Markus Söder Bundeskanzler …

 

 

Nach Wochen in der selbstgewählten weitgehenden Isolation sollte ein Heimatbesuch doch noch mal drin sein!

 

Gerolstein Eifel

 

Gerolstein Eifel

 

Gerolstein Eifel

 

Gerolstein Eifel

 

Gerolstein Eifel

 

Gerolstein Eifel

 

Gerolstein Eifel

 

Gerolstein Eifel

 

 

Sonntag, 10. Mai 2020

Gerolstein Eifel

 

Gerolstein Eifel

 

Gerolstein Eifel

 

Gerolstein Eifel

 

Gerolstein Eifel

 

Gerolstein Eifel

 

Gerolstein Eifel

 

Gerolstein Eifel

 

Gerolstein Eifel

 

Gerolstein Eifel

 

Gerolstein Eifel

 

Gerolstein Eifel

 

Gerolstein Eifel

 

 

Montag, 11. Mai 2020

Der neueste Trend: Es gibt jetzt Anti-Corona-Demos zur »Rettung« von Freiheit und Demokratie, beziehungsweise was die Demonstranten dafür halten. Jetzt, wo etliche Beschränkungen aufgehoben worden sind!

 

Als von Lockerungen die Rede war, waren damit keine Schrauben gemeint.

 

Bevölkert werden sie nämlich von Faktenresistenten, die ohne Masken dicht gedrängt zu Hunderten eng beieinander stehen und in diesem Land sagen, dass sie in diesem Land ja nichts sagen dürfen …

 

Eigentlich sind diese Anti-Corona-Demos daher wohl eher pro Corona.

 

 

Keine Frage: Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist ein hohes Gut! Ich zum Beispiel meine und äußere hiermit, man sollte deren Namen aufschreiben und sie demnächst zur Rechenschaft ziehen, wenn wir den heißen Sommer beim nächsten – und dann richtigen – Lockdown drinnen verbringen müssen.

 

(Das Recht auf körperliche Unversehrtheit ist ebenfalls ein hohes Gut. Ein Recht auf Ansteckung hingegen gibt es nicht. Aber man kann ja mal dafür demonstrieren.)

 

Ein ganzes Land (sowie fast der Rest der Welt) bleibt wochenlang zuhause, die Wirtschaft geht ziemlich in die Fritten, Ärzte und Pfleger geben unter Lebensgefahr alles gegen das Virus, Verkäufer und viele andere halten die Versorgung am Laufen, die restliche Welt beneidet uns für unsere Ergebnisse, langsam können wir anfangen, das Leben wieder hochzufahren …

 

Und da kommt dann dieses merkwürdige Amalgam aus Impfgegnern, Verschwörungsideologen, Reichsbürgern, Esoterikern, Verharmlosern, Extremen von rechts, Extremen von links und Extremen aus der Mitte und pocht mitten in einer Pandemie auf seine Rechte (»Jawohl!«), und skandiert »Diktatur« gegen eine Demokratie, die ihnen diese Demos wohl nicht erlaubt hätte, wenn sie wirklich eine Diktatur wäre, – und setzt die Erfolge der letzten Wochen damit wieder aufs Spiel.

 

So richtig verstehe ich nicht, worum (oder wogegen) es denen eigentlich geht: Irgendwas mit Versklavung und G5 und Hygiene und Grundrechten (nur ihren eigenen, selbstverständlich) und Q (nein, nicht der aus Star Trek) und Widerstand (mit 2020 Ohm) und Neuer Weltordnung und Adrenochrome und Bill Gates. (Wieso ausgerechnet Bill Gates?! Meinen die, mit Windows™ hätte er noch nicht genug Einfluss auf die Menschheit?)

 

Warum sind die Illuminaten eigentlich nicht mit dabei?! Was ist mit der Organ-Mafia, dem Roswell-Zwischenfall, Chester Copperpot, der Reichsflugscheibe, der Gülen-Bewegung und dem weißen Transporter, in dem wahlweise Katzen, Hunde oder Kinder entführt werden? What about the Noodle-Incident? Ich finde, da sollte dringend mal nachgeforscht werden! Hat da noch niemand ein Youtube-Video dazu gepostet?

 

 

Ich möchte auch nicht gegen meinen Willen geimpft werden. (Wenn wir dadurch unser Leben wiederbekommen, dann vielleicht aber doch!) Aber diese Impfgegner protestieren gegen eine Zwangsimpfung, die es nicht gibt, und einen Impfstoff, den es auch nicht gibt

 

Diese Mundschutz-Pflicht finde ich auch nicht knorke, weil ich mit den Drecksdingern kaum Luft kriege und als Brillenträger ständig benebelt bin. (Letztens wäre ich in einem Laden fast kollabiert.) Aber aus Anstand, Rücksichtnahme und im Sinne eines harmonischen Miteinanders trage ich sie halt. Genauso wie ich mir die Zähne putze, eine Hose anziehe, bevor ich rausgehe, und den einen Bettler von der zombiehaften Gestalt bloß ignoriere und ihm nicht etwa Gewalt antue, wenn er arglose Passanten ständig aggressiv mit seinem »Eine Spennnnnde bitte, spennndet doch mal was!!!« angeht.

 

Aber es gibt ja immer selbsternannte Rebellen, die in allem und jedem eine Gängelung von oben sehen (die ganzen Baustellen im Stadtgebiet sind ja auch bloß eine »Schikane der Stadt Aachen« …) und glauben, dass man ihnen höchstpersönlich irgendetwas wegnehmen möchte. Dass sie sich nicht bei der Gravitation beschweren, weil die ihre individuelle Freiheit eingeschränkt, ist schon alles.

 

 

Ja, uns alle belastet die Krise. Ja, wir alle machen uns Sorgen. Ja, wir alle haben Probleme. Aber deswegen müssen wir uns doch nicht wie die von den Verblendeten so oft als Metapher gebrauchte Schafherde verhalten und Seit an Seit mit Anti-Demokraten marschieren. Wacht auf! (Ruft Ihr doch sonst so gerne.)

 

Es kann gut möglich sein, dass einige der Maßnahmen überzogen sind. Dass wir zum Beispiel völlig umsonst mit albernen Community-Masken rumlaufen. (Oder völlig umsonst nach dem Toilettengang die Hände waschen …, äh…) Das erfahren wir unter Umständen aber erst in Zukunft. Jeden Tag bekommt die Forschung Neues über das Virus, die Ansteckung und die Erkrankung heraus. Es wäre aber höchst fahrlässig, mit heutigem Stand des Wissens sorglos einfach nichts zu tun. Auch hier lohnt ein Blick in andere Länder. Und der Blick aufs Datum, wann ein Artkel veröffentlich worden ist.

 

 

Community-Masken

 

 

Dienstag, 12. Mai 2020

Neues aus Düsseldorf:

Solo-Selbstständige dürfen die NRW-Soforthilfe nun doch für ihren Lebensunterhalt nutzen!

 

Wenn sie kein ALG II beantragt haben …

 

Aaaaah!

 

 

 

Die Gastronomen dürfen jetzt also wieder Gäste bewirten. Bene. Eine Aachener Bäckereikette (nicht die mit den lustigen Sandteigtörtchen oben) kam auf die grandiose Idee, nun Tischgeld einzuführen: Zwei Euro pro Tisch und nochmal 50 Cent pro Gast – wegen der erhöhten Kosten für die Sicherheitsmaßnahmen. Also so wie das italienische Coperto – als wäre man in Venedig. (Und als hätte man die Tische vorher niemals abgewischt …) Der Shitstorm ließ nicht lange auf sich warten!

 

Es ist ja nicht so, dass die Gäste coronabedingt ebenfalls aufs Geld achten müssten … Der des Lateinischen kundige Kunde hätte es schon am Namen erkennen können: Für uns heißt der Laden, nicht für euch. (Die Firma Vobis hat vor 25 Jahren Computer verkauft.) Inzwischen ist man zwar zurückgerudert, aber ein Knick im Image bleibt. Außerdem: Wenn man es so nötig hat (oder kostenaufwendige Umbauten mit freiem Blick auf den Dom refinanzieren muss), stellt man ein Sparschweinchen hin und freut sich über Hilfe in Form von Spenden oder nervigem Wechselgeld.

 

 

 

Viele Errungenschaften der letzten Jahre zerbröseln gerade wieder. Einmalverpackungen aus Plastik sind plötzlich wieder en vogue weil hygienisch. Mutti muss zuhause bleiben, wegen der Kinder. Und weil Männe mehr verdient und es sich bei der Steuer besser macht und überhaupt … Vielleicht kann Mutti die Blagen auch zur Kita fahren. Sowieso, ohne Auto ist man aufgeschmissen: ÖPNV ist zu riskant und ins Autokino kommt man nur mit einem Wagen. Am besten sind neuerdings SUVs, weil nur darin der gesetzliche Mindestabstand von jeweils 1,50 m zu den vier Mitfahrern eingehalten werden kann …

 

 

 

 

Mittwoch, 13. Mai 2020

Trost, Information und bissiges Amüsement in diesen schrägen Zeiten bietet Friedrich Küppersbusch. Nein, nicht der deutsche Küchengerätehersteller von anno dunnemals, sondern der Journalist, Fernsehproduzent und Moderator der WDR-Politsendung »ZAK« von anno dunnemals. Flashback in die Neunziger (die Neunzehnhundertneunziger, muss man ja langsam dazusagen): Beim Titel ZAK schallern einem direkt die ersten Akkorde von »Our Darkness« von Anne Clark durch die Hörrinde.

 

Was macht so einer eigentlich heute? – Sein aktuelles Format nennt sich »LockerRoom – Küppersbusch zur Lage des Universums«. Es hieß früher »Tageschaum« und findet sich bei YouTube mit aktuell 6.070 Abonnenten noch ziemlich weit hinten, im Regal für die Geheimtipps. Also im Prinzip wie das diario.

 

 

Donnerstag, 14. Mai 2020

Alles Gute zum Namenstag, Heilige Corona!

 

Alles Gute zum Namenstag, Heilige Corona!

 

Sie ist die Patronin der Fleischer und der Anleger, Glücksspieler und Schatzgräber (Corona/Krone: Währung in vielen Ländern). Es heißt, sie wäre auch die Patronin der Seuchen; diese Annahme ist aber eher dem aktuellen Hang, im Ringen um Sinn und Bedeutung in diesen Zeiten nach jedem verfügbaren Strohhalm zu greifen, zuzuschreiben. Und warum auch sollten Seuchen einen Patron haben?!

 

Palmen mag sie übrigens nicht …

 

Der Legende nach lebte und starb sie im zweiten Jahrhundert nach Christi Geburt. Otto III. hat ihre Reliquien 996 nach Aachen verbringen lassen. Hierhin, in die Nachbarschaft! 916 Jahre ruhte sie friedlich in einer Gruft unter dieser Gedenkplatte im Aachener Dom, nur 200 Meter von dem Ort, an dem ich das hier lieblos in den Compi hacke. Vor 108 Jahren hat man sie dann in einem schmucken Schrein überführt, der nun in der Domschatzkammer zu besichtigen ist.

 

Alles Gute zum Namenstag, Heilige Corona!

 

 

Freitag, 15. Mai 2020

Jahrestag! Eigentlich würde ich jetzt »meine« 15 Jahre EGMONT feiern – habe aber so gar keine Lust, da jetzt allein mein Bier zu trinken. Ohne Sprechen und Atmen ist es einfach nicht dasselbe. Ich verblase meine Bioaerosole weiterhin lieber allein daheim. An den Aerosolen und sonstigen Körperflüssigkeiten anderer Leute habe ich ohnehin kein Interesse.

 

EGMONT

 

EGMONT

 

EGMONT

 

EGMONT

 

EGMONT

 

EGMONT

 

(Aufnahmen von vorgestern.)

 

 

Samstag, 16. Mai 2020

Heute wäre ESC gewesen. Doch der ESC 2020 fällt aus.

 

Warum eigentlich? Es gucken doch eh alle in ihren Wohnzimmern, und es wird seit jeher per Facetime wild durch ganz Europa geschaltet.

 

Stattdessen gab es mehr Eurovision denn je:

 

ESC 2020

 

 

Sonntag, 17. Mai 2020

Vor drei Jahren, beim Ride of Silence, war man seiner Zeit weit voraus …:

 

ABSTAND HALTEN!

 

Wir merken uns: Immer schön in Richtung Auto husten!

 

 

 

Die derzeit nervigste Reklame bei Facebook stammt von diesen »Experten« und »Beratern«, die ständig ungefragt ihre Fresse in die Webcam halten und den Leuten erzählen wollen, wie’s wirklich läuft. Stets nach demselben Muster:

»Bist Du mit Deinem Berufsleben nicht zufrieden?/Möchtest Du mehr Kunden?/Willst Du gute Photos machen?/Willst Du schön und jung und sportlich sein? – Mein Name ist XYZ und als Coach möchte ich Dir in diesem Video zeigen, wie Du bliblablubb …«

 

Dann muss man nur noch »das Angebot beanspruchen« (*spei!*), seine persönlichen Daten irgendwo eintippen und schon erhält man Zugriff auf die Weisheit der Welt. Jedenfalls vermute ich das, denn das mach ich natürlich nicht.

 

 

Was da auch gerade grassiert, ist eine neue Funktion. Viral! Nein, keine Angst – keine neue Pandemie. Oder doch? … Man kann sich jetzt jedenfalls seinen Avatar basteln. Die Bitmojis sind ja schon sieben Jahre her.

 

 

 

Interessanterweise bin ich bislang der einzige, der seinen Avatar mit grauen Haaren und Falten gestaltet hat …

 

 

Montag, 18. Mai 2020

Im Rahmen der Corona-Krise kommt nun auch zutage, dass es um die Fleischproduktion schlecht bestellt ist. Dass nicht ausschließlich glückliche Kühe, Schweine und Hühner auf unseren Tellern landen, hat man ja schon geahnt *hüstel* … Dass aber die Haltebedingungen der Leute, die das Viehzeug in den Schlachthöfen küchenfertig zerteilen, noch mieser sind, war mir bisher nicht bekannt. Vom Mindestlohn bekommen die Arbeiter aus Osteuropa noch horrende Summen für ein Bett in Käfighaltung der Massenunterkunft abgezogen – und Corona tanzt Polka! Ich hoffe sehr, dass sich durch die/nach der Pandemie so einiges ändern wird. Vielleicht könnte man ja ein Menschwohl-Label auf die Packungen pappen.

 

 

Dienstag, 19. Mai 2020

Was ist eigentlich aus der normalen Grippe geworden? Lehnt die sich entspannt zurück und schaut sich das Spielchen aus der Ferne an?

 

 

 

Morgen dürfen auch Tattoostudios wieder öffnen. Den Rest des Abends werde ich Wein trinken, mir einen Entwurf scribbeln und dann morgen dahinmarschieren!

 

 

 

+++ Editor's note: +++

Das restliche Drittel des Monats folgt. Vielleicht.

 


 

We go wigger:

 

Mittwoch, 20. Mai 2020

Tach, Post:

Der neue Gerstaecker ist da, 28 cm × 20 cm × 3,7 cm Volumen, 2,276 kg Gewicht, von Abachi-Holz bis Zwischenfirnis: 1.352 Seiten reinste Pornographie!

 

Der neue Gerstaecker ist da, 1352 Seiten reinste Pornographie!

 

Für den nächsten Lockdown hab ich nun genug zu lesen.

 

 

 

Das ZDF meldet:

»Die Zerstörung den Regenwalds nimmt dramatisch zu: Bis März wurde im Amazonas-Gebiet eine Fläche von 168.000 Fußballfeldern abgeholzt.«

 

168.000 Fußballfelder! Aber mal wieder typisch: Dagegen unternimmt die Bundesliga nichts!

 

 

Donnerstag, 21. Mai 2020

»Das Kuratorium der Schulstiftung St. Ursula Aachen hat beschlossen, die Schule zum Schuljahr 2021/22 für die Koedukation zu öffnen.«

 

Ui! Jungens bei den Uschis!

 

 

 

Das erste Christi Himmelfahrt ohne Karlspreis seit 70 Jahren:

 

Katschhof Karlspreis leer

 

 

 

Reklame:

»‼GEWINNE ein Jahres-Abo Bier! Zum Vatertag gibt xxxx.xxx einen aus! In Zusammenarbeit mit der legendären Xxxxxxxxx Brauerei verlosen wir eine bunte Mischung Gerstensaft für jeden Geschmack: […] 12 Kisten insgesamt, zum Anstoßen mit einem guten Freund, zum bewussten Genießen, als Durstlöscher nach dem Sport. Für einen tollen Vater. Weil Papa der Beste ist!«

 

Zwölf Kästen à im besten Fall 24 Flaschen sind 288 Flaschen – und das soll ein Jahresabo sein?! Wer noch einen Vater hat, gönne ihm bitte ein bisschen mehr.

 

Vatertag

 

 

 

Kaum zu glauben, dass der Mai nun auch schon zu zwei Dritteln vorbei ist. Dieses Jahr ist das kürzeste und längste in einem. In einem Monat werden die Tage schon wieder kürzer! Tja, die Zeit verfliegt einfach so, wenn du zuhause festsitzt, pleite bist, die meiste Zeit betrunken und voller existentieller Sorgen.

 

 

Freitag, 22. Mai 2020

Pippi Langstrumpf wird 75 Jhare jung, happy Birthday! (Was natürlich Quatsch ist: Sie bleibt neun.) Astrid Lindgren erfand die Geschichten, die später aufgeschrieben und noch später verfilmt wurden, in den 1940ern für ihre Tochter, als diese mit einer Lungenentzündung im Bett lag. Lungenentzündung! Passt auch nur irgendeine Geschichte besser in diese, unsere Corona-Zeiten? Wohl kaum.

 

Doch kann man sonst noch was Positives über Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz/Schokominza Efraimstochter Langstrumpf sagen?

 

(So übrigens geht gegen den Mainstream, liebe empörte Leser*innen. Und außen.)

 

 

Gewiss, Pippis Leistungen auf dem Feld der Plutimikation sind unerreicht: »Zwei mal drei macht vier, und drei macht neune.« – Das Ergebnis stimmt, nur der Weg ist falsch.

 

(Im schwedischen Original kommt diese Berechnung, die so manchem Grundschüler heute den Arsch retten würde, übrigens nicht vor.)

 

 

 

Doch dass die süße Annika heutzutage so dermaßen gedisst wird, ist eine Frechheit! (»Sei wie Pippi, nicht wie Annika!«)

 

Aber das stört keinen großen Geist.

 

 

 

Facebook meint es angesichts der Corona-Krise mal wieder gut mit einem und bietet »Tools und Ressourcen« an: »Verbinde dich mit Menschen, denen dein Unternehmen wichtig ist.«

 

Man könne doch zu Spenden aufrufen … (Ja, soweit kommt’s noch! »Eine Spennnde bitte!!!«) Oder Gutscheine anbieten. Einverstanden, das mache ich ohnehin. Doch FB will was davon abhaben:

 

»In diesen schwierigen Zeiten möchten viele Menschen ihre Lieblingsunternehmen unterstützen. Das können sie zum Beispiel tun, indem sie Geschenkgutscheine kaufen. […] Wenn du mit einem unserer Partner digitale Geschenkgutscheine einrichtest, können die Menschen in deiner Nähe die Option direkt auf Facebook sehen. […] Wenn eine Person dann auf deinen Geschenkgutschein klickt, kann sie ihn sofort online über einen unserer Partner erwerben.«

 

In dem Zusammenhang wird auch nochmal auf die »Gemeinschaftsrichtlinien« hingewiesen; die nichts anderes sind als eine Auflistung willkürlicher Verbote. Unter anderem steht da:

 

»Der Kauf oder Verkauf von Folgendem ist auf E-Commerce-Produkten von Facebook und Instagram verboten:

 

Arglose Gutscheine in Gesellschaft mit diesen anderen, zugegebenermaßen teilweise anrüchigen Produkten? Wahrscheinlich sind Geschenkgutscheine nur okay, wenn man sie – gegen einen kleinen Obolus selbstverständlich – über einen der genannten Facebook-Partner vertreibt.

 

 

 

Vorm Theater findet man viele interessante WLANs auf einen Haufen:

 

WLAN

 

 

 

Samstag, 23. Mai 2020

Die Facebook-App hat derzeit einen heftigen Bug. Sie zeigt in der Vorschau weit mehr Reaktionen an als tatsächlich vorhanden:

 

 

(Es waren acht Likes.)

 

 

(Es waren zwei Likes …)

 

 

 

Was macht eigentlich die schon vor Wochen (Monaten?!) angekündigte Corona-App? Mit einer solchen könnte man spontane Krankheitsausbrücher gut nachverfolgen – und sich das ganz sicher nicht DSGVO-konforme Eintragen privater Daten auf irgendwelchen, meist öffentlich ausliegenden Zetteln in Kneipen, Restaurants und Friseurstudios sparen. Irgendeine Hinterhofklitsche hätte solch eine Application bestimmt in einer Woche Nachtarbeit zusammengedengelt. Aber wahrscheinlich muss sie europaweit ausgeschrieben werden, müssen 17 Fachministerien beteiligt sein und muss sie 10 Milliarden Euro kosten.

 

 

 

Little fluffy clouds:

 

Little fluffy clouds:

 

 

Sonntag, 24. Mai 2020

Bevorstehende Veranstaltungen

 

Wenn Corona da mal keinen Strich durch die Rechnung macht …

 

 

Montag, 25. Mai 2020

Erst hörte ich einen Chor, der »Die Gedanken sind frei« sang, danach sah ich einen Pulk von circa 40 Menschen, die ohne Masken und ohne Abstand voneinander scheinbar zufällig durch die Straßen »spazierten« – mir scheint, das sind die Aachener Covidioten »Hygiene«-Demonstranten. Zur Tarnung heute ohne Aluhut. (Über Alukugelhalskettenanhänger ist nichts bekannt.)

 

Pulk

 

Kleiner Benutzerhinweis: Generell das Gegenteil von dem zu glauben und zu tun, was die pösen »Mainstream«-Medien und andere offizielle Quellen melden und empfehlen, ist definitiv nicht kritisch sein und selber denken.

 

(Es kann sich natürlich auch um eine sehr große Familie gehandelt haben; alles Geschwister, wie schon ihre Eltern.)

 

 

Dienstag, 26. Mai 2020

Eine versuchte Rufmordkampagne der Bild-»Zeitung« ging diesmal nach hinten los: Einem gelegentlich an dieser Stelle erwähnten, durch seinen NDR-Podcast bekannten Virologen wurde mittels aus dem Zusammenhang gerissener Zitate unterstellt, bei einer Studio fehlerhaft gearbeitet zu haben. Tatsächlich hatte er nur vorläufige Studienergebnisse an Kollegen zwecks Kontrolle und Kritik weitergereicht. Doch das ist in Wissenschaftskreisen durchaus üblich und im Prinzip ungefähr so, wie wenn man seine Mathe-Hausaufgaben einem Mitschüler zeigt, damit der mal drüberguckt, bevor man sie abgibt. Die dBil-Zeitung wollte den banalen Vorgang allerdings zur skandalträchtigen Enthüllungsstory aufbauschen.

 

Diesmal traf die Attacke aber auf einen, der sich zu wehren weiß. Damit konfrontiert twitterte Christian Drosten bloß nonchalant: »Interessant: die #Bild plant eine tendenziöse Berichterstattung über unsere Vorpublikation zu Viruslasten und bemüht dabei Zitatfetzen von Wissenschaftlern ohne Zusammenhang. Ich soll innerhalb von einer Stunde Stellung nehmen. Ich habe Besseres zu tun.« – und erhält dafür massiv Rückhalt aus dem Netz.

 

Chapeau!

 

Hallo Presserat, schau mal, wie man dieses Organ der Niedertracht in die Schranken weist! Mit nur einem Tweet.

 

Der Chefredakteur der Blöd-Zeitung, der es sonst eher selten einfällt, Namen unfreiwillig prominent Gewordener zu verschweigen oder Photos von Opfern zu verpixeln, beschwert sich nun, dass jemand das eigene Gebaren des Boulevardblattes öffentlich gemacht hat. Mimimi! Auch die anderen Springer-»Journalisten« beschweren sich, dass sie sich angefeindet, zu r Schau gestellt und diffamiert fühlen. Na herzlich willkommen auf der anderen Seite!

 

Man muss das verstehen. Die Bild kämpft gegen den eigenen Bedeutungsverlust und die schwindende Macht, Themen zu setzen. Vor 50 Jahren lautete eine Forderung noch »Enteignet Springer!« – vielleicht muss man Julian Reichelt nur noch ein bisschen machen lassen, dann ist das gar nicht mehr nötig.

 

 

 

Frisches aus dem Spam-Ordner

»Hey, was geht? Bin über deine Mail bei FB gestolpert und habe gesehen du machst Musik!«

Also, wenn man bei Facebook über eine Mail »stolpern« sollte, schreibt man auch bei FB zurück, einverstanden? Und seit wann mache ich Musik?!

 

»Denke du könntest dich für Rap Beats interessieren!«

Ähm nein … Und war nicht von Musik die Rede?

 

»5 FREE BEATS. Du kannst die auf allen Plattformen wie Spotify, Deezer oder Apple Music nutzen wenn Sie dir gefallen! Lass mich wissen was du davon hälst!«

Ich halse davon gar nichts. Und was hinter dem angegebenen Link folgte, entzieht sich meiner Kenntnis.

 

 

 

Die Open-Aerosol-Saison fängt an:

Nachdem wie so vieles auch der CHIO Aachen wegen Corona abgesagt werden musste, bespielen stattdessen einige Aachener Gastronomen und Schausteller die Soers in den kommenden drei Monaten mit einem »Sommergarten«. Also ein CHIO mal ohne Pferde, dafür aber voller voller Leute. Wie gut, dass das dann keine Großveranstaltung ist …

So einfach und clever kriegt man das Virus ausgetrickst! Biergartenfeeling für die Eltern, Spiel und Spaß für die Kinder. Und ganz toll für die restliche Gastronomie in Aachen, der dann die ohnehin wenigen Gäste wegbleiben. (Soll ich mal raten, wer da seine Finger tief in den Fritten hat?)

 

 

 

Aus gegebenem Anlass mein Vorschlag zur Rettung der Gastronomie:

Da die Kneipen und Restaurants aus Sicherheitsgründen nur noch so ein gutes Drittel ihrer Plätze besetzen können, muss eben jeder Gast für drei saufen und fressen!

 

Das ist einfache Plutimikation.

 

(Allerdings sollten es die männlichen Gäste nicht missinterpretieren, wenn die hübsche Kellnerin ihre Adresse und Telefonnummer haben will …)

 

 

Mittwoch, 27. Mai 2020

Ei schau mal da: Die AOK wird bei der Bild vorerst keine Anzeigen mehr schalten. Der AOK-Chef sagte: »Die BILD Berichterstattung zu der Studie von Prof. Christian Drosten ist eine Schande und hat mit Journalismus nichts zu tun.« Sehr gut, beim Geld tut's am meisten weh!

 

 

 

Und Twitter hat erstmalig einen Tweet des US-Präsidenten mit einem »Vorsicht, hier kommen die Fakten«-Link versehen. Besteht Hoffnung für die USA? Donald Trump schlägt natürlich um sich wie ein Dreijähriger, wie sonst auch, und schreit »Zensur!«.

 

Oh Donny, Du hast aber so gar nichts verstanden: Der erste Verfassungszusatz verbietet der Regierung (also Dir!), die Meinungsfreiheit des Volkes einzuschränken. Er schützt nicht Dich vor Faktenchecks.

 

Doch leiser Zweifel bei einem Dauerlügner ist Majestätsbeleidigung und geht ja mal gar nicht. Und daher will Trump Twitter jetzt abschalten lassen …

 

 

 

Auch ohne diesen Präsidenten werden die Vereinigten Staaten immer mehr zum failed state, dazu brauchen sie nur ihre Polizei … So geschehen wal wieder hier. (Statt darauf zu reagieren, ist der großartigste POTUS aller Zeiten golfen gegangen.)

 

 

 

Der Algorithmus von FB müsste auch nochmal nachjustiert werden …

 

 

 

Donnerstag, 28. Mai 2020

Die Kontaktbeschränkungen werden ab Samstag weiter gelockert, dann sind wieder Treffen mit bis zu zehn auch haushaltsfremden Personen unter freiem Himmel zulässig. (Du liebe Zeit, wo kriege ich denn jetzt so viele Leute her?!) Aber trotzdem mit Abstand. Also im Prinzip wie jetzt, geeignet für die Leute mit kräftigen Stimmen oder guten Ohren.

 

Außerdem dürfen Kinos, Theater und Teamsport mit Körperkontakt wieder betrieben werden. Das geht natürlich nur mit den üblichen Sicherheitsmaßnahmen (Abstandhalten, Daten dalassen, am besten draußen etc.) und wenn sich alle an die Regeln halten. (Eigenverantwortung der Leute also – könnte teuer werden für die Veranstalter …)

 

Der Stadtdirektor von Köln (am Rhein) hat mitgeteilt, dass Kneipen, Cafés und Restaurants nun auch Parkplätze und sonstige Flächen vor ihren Lokalen für die Bewirtung nutzen dürfen. Ohne Anmeldung, ohne Gebühren! Schön für die kölsche Gastrobranche. (Wie ich zu übermäßiger Außengastronomie auf den Trottoirs stehe, ist ja bekannt …)

 

Mir wird das alles jetzt zu anstrengend: Alle paar Wochen neue Regeln (vor nicht all zu langer Zeit kostete alleine Brötchenessen auf einer Wiese noch 250 Euro …), die man nur am Rande mitbekommt. (Und von dem Wildwuchs bei Kitas und Schulen spreche ich noch gar nicht.) Woher sollte da ein Mitbürger, der nicht am Puls der Nachrichten klebt, wissen, was gerade Phase ist? Müsste man da nicht mal ein Schreiben vom Amt kriegen, damit man weiß, woran man ist? Früher ist ein Herold durchs Land gezogen und hat mit fester Stimme dicke Schriftrollen verlesen. Und diese Bestimmungen hier gelten ja auch nur für NRW; keine Ahnung, wie es in der sonstigen Welt aussieht. Ich kann es mir auch nicht merken. Ich werde daher weiterhin den Leute aus dem Weg gehen, so gut es geht. (Und diejenigen hier an den Pranger stellen, die es wagen, sich zu elft zu treffen!!! …)

 

 

 

Ein Restaurant in einem Hotel in meiner Heimatstadt, bei dem ich vor lauter Umfirmierungen den Namen grad nicht weiß, hat schon wieder einen neuen Patron. So sehr ich gastronomische Unternehmungen im eher restaurantarmen Gerolstein auch begrüße, so wenig glaube ich an das Gelingen des Unterfangens:

Das günstige Hauptgericht (Himmel un Ääd) schlägt mit stolzen 12,90 € zu Buche. Für Nicht-Rheinländer: Das sind ein paar pürierte Kartoffeln, zermuste Äpfel, geröstete Zwiebeln und ein Stückchen gebratene Blutwurst – Wareneinsatz gut vier Euro. Will man etwas Richtiges essen, wird's auch richtig teuer. Ich bin nicht sicher, ob der sicherlich grandiose Blick ins Tal der Dolomiten und Vulkane das wert ist. »Normale« Gerichte sind eher rar auf der Karte. Dafür wimmelt es von eifeltypischen Spezialitäten wie Scampis, Jakobsmuscheln, Nordsee-Seezunge, kanadischem Hummer, Königskrabbenbeinen, Riesengambas und frischen Austern … Kenne Deine Zielgruppe!

(Ferner hat die Betreiberin ein Photo von Xavier Naidoo (»Die Gedanken sind frei«) als ihr Titelbild bei Facebook – damit ist klar, wo ich sicher nicht einkehren möchte.)

 

 

Freitag, 29. Mai 2020

Die Surfer am Karlsgraben sind auch kreativ:

 

WLAN

 

(»Netzwerkverbindung unterbrochen« würd ich gern mal kennenlernen.)

 

 

 

+++ Editor's note: +++

Nochmal Pause. Keine Ahnung, ob morgen und übermorgen was passiert.


Okay, noch ein bisschen was:

 

 

 

Pfingstsonntag, 31. Mai 2020

»Und ich weiß nicht im Geringsten,

was ich will, auch nicht zu Pfingsten«

Na, wer weiß (ohne zu googeln oder nach hinten zu blättern!), von wem dieser vortrefflicher Reim auf der nach unten offenen M.M.-W.-Lyrics-Skala wohl stammt?

 

 

 

Doch es ist heute auch Christo Himmelfahrt, ab sofort werden Wolken verpackt

 

Christo Himmelfahrt

 

 

 

Kanadagans Kupferbach Stauweiher Aachen

 

Beim Spaziergang in der Abendsonne am staubigen Stauweiher des Kupferbachs machten wir Bekanntschaft mit einer Kanadischen Gänsefamilie, die sich anschickte, in den Margariten nach Leckereien zu stöbern.

 

Kanadagans Kupferbach Stauweiher Aachen

 

(Man erkennt die Kanadagans an der weißen Mund-Nase-Maske, die sie stets am Kinn trägt …)

 

Kanadagans Kupferbach Stauweiher Aachen

 

Kanadagans Kupferbach Stauweiher Aachen

 

Kanadagans Kupferbach Stauweiher Aachen

 

Kanadagans Kupferbach Stauweiher Aachen

 

Kanadagans Kupferbach Stauweiher Aachen

 

Beinahe hätten wir auch einen Karpfen (?) vor dem Ertrinken gerettet …

 

Beinahe hätten wir auch einen Karpfen vor dem Ertrinken gerettet.

 

 

Philosophenweg

 

Philosophenweg

 

Mit viel Liebe zur Weisheit und mit köstlicher Erdbieraltbeer-Bowle klangen sowohl der Tag als auch der Monat aus.

 

Erdbeerbowle

 

Oder war es Erdbeeraltbier-Bowle …?

 

 

 

 

Besser, man glaubt Wissenschaftlern, die sich mal irren,

als Irren, die glauben, sie wären Wissenschaftler.

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