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– Januar 2009 –

Wer etwas bei Amazon.de bestellen will, würde mir einen großen Gefallen tun, wenn er vorher bitte mal kurz auf dieses Logo klickt :)

 

 

 

Dir gefallen meine Photos und Du möchtest sie in eigenen Projekten verwenden?
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Donnerstag, 1. Januar 2009

Ob ich neue gute Vorsätze gefasst habe? Wozu denn? Die alten sind doch noch gut!

 

Liebe Stammleserinnen und Stammleser, wegen der anhaltenden Finanzkrise wiederhole ich ab sofort die Texte aus den Jahren 1999 ff.

 

 

Nein, tue ich nicht! Nur frisches Material. Allerdings noch immer dieselben Buchstaben. Wie langweilig doch eigentlich, hm? Zum Glück wechseln sie hin und wieder die Reihenfolge.

 

Als ich damals mit dieser Unternehmung, regelmäßig eine digitale Flaschenpost hinaus in die Welt zu schicken, begann, ahnte wohl keiner – ich selbst am wenigsten –, dass ich so lange durchhalten würde. Was hätte ich jemals länger gemacht als zehn Jahre? Vom Atmen einmal abgesehen, meine ich.

Wie sang Sting einst – noch als Polizist – so wahr: »I hope that someone gets my message in a bottle.« Ein paar Flaschen sind angekommen, ein paar habe ich inzwischen auch zurückbekommen. Und Friedrich Nietzsche soll mal gesagt haben: »Aus drei Anekdoten ist es möglich, das Bild eines Menschen zu geben.« Wenn dem so ist, fühle ich mich geröntgt!

 

Offiziell zur Homepage hochgeladen wurde das diario trollo zwar erst am 10. März, aber der Beginn meiner digitalen Geschichtsschreibung war genau heute vor zehn Jahren. Als noch niemand das Wort Blog kannte. Oder vermisste.

 

 

Streng genommen bin ich meiner Chronistenpflicht schon am ersten Tag nicht nachgekommen. Aber wer möchte so ein Projekt schon mit einem Todesfall beginnen? Damals starb knapp sechzigjährig viel zu früh einer meiner Lieblingsonkels.

Vor diesem Hintergrund sollte man die heute fällige Schaltsekunde gut nutzen. Memento mori!

 

 

Happy 90th Birthday, Jerome David Salinger! Ach, vielleicht rufe ich den guten J.D. später noch an. Oder fahre rüber, auf ein Schwätzchen. Hab ihn ja schon lange nicht mehr gesehen …

 

Dafür aber seinen neuesten Roman gekauft. Schon zum dritten Mal. Ist ein gottverdammter Klassiker. Nun lese ich synoptisch die Originalversion in Englisch, die deutsche Version aus den Sechzigern, übersetzt von Heinrich Böll, und die neueste Übersetzung von 2003.

 

J.D. Salinger:- "Der Fänger im Roggen" x 3 j.d. salinger: der fänger im roggen J.D. Salinger: Der Fänger im Roggen J.D. SALINGER: The Catcher in the Rye

 

 

Ein Jahr voller Jubiläen. Denn wir feiern auch 25 Jahre 1984. Vor einem Vierteljahrhundert war diese Jahreszahl wegen des gleichnamigen Romans von George Orwell das Synonym für einen Horrorstaat in nicht allzu ferner Zukunft. Doppeldenk, Neusprech und Gedankenverbrechen waren bloß Science, Fiction und nicht schon Tagesordnung. Damals war »Big Brother« noch kein seichtes Fernsehformat, damals fürchteten alle, dass der Staat den Bürger bis ins letzte Eckchen überwachte – und nicht er freiwillig sich selbst.

 

 

Freitag, 2. Januar 2009

Happy Birthday, Michaela!

 

 

»Hei elei, kuck elei!« Zu zehn Jahren TL-Tagebuch passt ja irgendwie 25 Jahre RTL-Fernsehen. Damals war Radio Télé Lëtzebuerg ja der Radiosender schlechthin. Auf dessen Substanz aufbauend wurde RTL plus aus der Taufe gehoben, das mit seinen terrestrischen Frequenzen die Eifel und ein bisschen was drumrum ausleuchtete.

(Die Zeit bis zum Privatfernsehen war eine lange Durststrecke für die Snackindustrie und die Wasserwerke. Wie hätte man vorher – ohne zehnminütliche Werbepausen – ausgiebig zum Kühlschrank oder beglückend lange zur Toilette gehen können?)

Wenn man sich eine Zusatzantenne aufs Dach geflanscht hatte, konnte man nun sehen, was man vorher nur hören konnte: Die RTL-Sprecher wurden gewaschen und gekämmt, ins Fernsehstudio verfrachtet und taten da das gleiche wie zuvor: Rotlicht an und los. Die Anfangstage des Privatfernsehens waren geprägt vom handgemachten Charme des Garagen-TV – die entsetzlichen Shows und die Hoppehoppereiter-Filmchen kamen erst später.

 

 

 

Uns erwartete heute noch Kunstgenuss: Nach der Geburtstagsfeier in Dormagen gab es noch das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach in der Klosterbasilika Knechtsteden.

 

Kloster Knechtsteden bei Nacht

 

 

Samstag, 3. Januar 2009

Nach dem Nachlassen der weihnachtlichen Touristenschwemme konnte man sich heute mal wieder unbeengt im Starbucks einfinden, sogar mit einem Platz an der Sonne.

 

Starbucks in der Sonne

 

 

Sonntag, 4. Januar 2009

Das Heimkino zeigte heute »Batman – The Dark Knight«. Ratet, als wer ich an Karneval gehen könnte, weil's frisurentechnisch gerade opportun ist? Bart absäbeln, drei Tage keine Haare waschen, ein bisschen Grünspray rein … Auch in eine schicke grüne Weste und einen lila Mantel würde ich investieren wollen.

 

Joker TL

 

Nur, ach: Wie sähe denn das aus, der Joker mit einer Brille …?!

 

 

Montag, 5. Januar 2009

Deutschland, was ist nur mit Deinen Milliardären los? Die einen lassen sich von windigen Heiratsschwindlern aufs Kreuz legen, die anderen lassen sich tot klauen, etliche lassen sich mit Staatsknete alimentieren und wieder andere laufen vorn Zug, bloß weil sie ein paar Milliönchen an der Börse verzockt haben.

 

Also, wenn ich der Gründer eines für die Herstellung von günstigen Generika bekannten Pharmaunternehmens wäre, würde ich mir bei akutem Lebensüberdruss einen Haufen Tabletten aus eigener Fabrikation einschmeißen, mich sozialverträglich in eine biologisch abbaubare Eichenkiste legen und sanft – ohne Flur, Tann und Aue zu verschmutzen – entschlafen, statt einem unbescholtenen Lokführer lebenslang Alpträume zu verpassen!

 

 

Dienstag, 6. Januar 2009

Klimaerwärmung, Rückgang der Gletscher, schmelzende Polkappen? Aber nicht in Aachen! Baby, it’s cold outside. Kaum hat der russische Gasmonopolist Gazprom wegen Zwistigkeiten mit der Ukraine seine Lieferungen für Europa reduziert, wird es arschkalt hierzulande, minus elf Grad tagsüber, bis zu minus 20° gar anderswo, wie man hört.

 

»Nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia ließ Hoch ›Angelika‹ am Dienstagmorgen vor allem in Osten des Landes die Temperaturen in den Keller fallen.« (Dieses Wortspiel wurde Ihnen präsentiert von Spiegel Online.)

 

Da Aachen in weiß ein recht rarer Anblick ist, machte ich mich trotz sich anbahnenden grippalen Infekts auf zu einer Photosafari. Schnee! Ich freue mich schon auf die ganzen Sondersendungen, Brennpunkte und Specials heute Abend!

 

Aachen im Schnee Pano Dom im Schnee

 

 

Nebenbei konnte ich eine zentrale Frage aus einem zentralen Werk der amerikanischen Literatur beantworten: Wo bleiben wohl die Enten aus dem New Yorker Zentralen Park im Winter? Antwort: Sie kommen nach Aachen, denn hier frieren sie – dank warmer Quellen – nicht fest.

 

Enten im Centralpark

 

 

Die Quittung für den Vormittag an frischer Luft folgte im Laufe des Tages: Nachdem mein Schatzi schon krank war, befiel ein böser Bazillus nun auch mich. Die Nase ging zu und der Hals wurde kratzbürstig.

In solchen Fällen greife ich gerne zu einem bewährten Hausmittelchen. Nein, nicht die gute alte Hühnersuppe, stärkeres Zeug: Chili con Carne, chön charf und mit ornslich Knobi drin – ich sollte infektionsbedingt doch eh keinem zu nahe kommen. Als Getränk der Wahl bietet sich Heiße Zitrone in Massen an. »Wir brauchen soviele Vitamine, wie wir kriegen können!«

Im Sommer und ohne Infektion schwenkt man natürlich auf Kalte Limette um. Oder wie wir Naturheilkundler sagen: Caipirinha.

 

 

Mittwoch, 7. Januar 2009

Der grippale Infekt lässt sich wohl wirklich häuslich hier nieder. Er hat scheint’s vor, für länger zu bleiben, denn er hat es sich in den Bronchien gemütlich gemacht, tüncht gerade die Nase rot und überlegt ernsthaft, sich einen schönen Hobbyraum in die Nasennebenhöhlen zu bauen.

 

Doch das ist noch nicht das Schlimmste: Das Schlimmste sind die DDR-Wochen am Wasserhahn. Da redet alles vom Gas-Engpass – und mir bleibt beim morgendlichen Zähneputzen das Wasser weg!

Nach Rücksprache mit weiteren Hausbewohnern und einem Telefonat mit der STAWAG stellte sich heraus, dass nicht etwa ein Wasserrohrbruch in der Straße die Ursache ist, sondern die Wasserzuleitung im Haus zugefroren sein muss. (Den wohlgemeinten Tipp, man solle mit einem Heizlüfter (!) die Leitungen wieder temperieren, schlug die Hausgemeinschaft in den Wind. Da soll ein Fachmann ran!)

 

Heute wünschte ich mir wirklich, es könnte mir einer das Wasser reichen … So malade und mit dickem Kopf ist es noch mühseliger, auf eine sonst so selbstverständliche Ressource zu verzichten. Zum Glück habe ich die eine gespeicherte Ladung aus dem Spülkasten für das wichtigste Geschäft des Tages genutzt …

 

Wasser wäre ja eigentlich genug da, nur am falschen Ort – und im falschen Aggregatzustand. Mein improvisierter Brauchwasserreaktor war nicht wirklich brauchbar:

 

Wasser im falschen Aggregatzustand

 

Gegen Abend floss das kostbare Nass dann endlich wieder aus den Hähnen, nachdem jeweils ein großer Schwall brauner Rotz ins Becken gesprotzt war.

 

 

Eine liebe Freundin klingelte abends an der Tür, ob ich raus zum Spielen käme. Halt, Stopp, das wäre der Text vor 30 Jahren gewesen. Heute handelte es sich vielmehr ums Biertrinken. Doch dies wie das blieb mir versagt, weil der böse Bazillus mich immer noch am Schlafittchen hat.

 

 

Freitag, 9. Januar 2009

Draußen herrscht immer noch Hoch Angelika eiskalt, schneeweiß und himmelblau.

 

Hoch Angelika herrscht eiskalt, schneeweiß und himmelblau

 

 

Da ich die Freuden des Winters aktuell nicht genießen kann, schwelge ich eben in Erinnerung an Vergangenes:

 

Heute vor 20 Jahren fuhr ich im Rahmen des Schulsports ins Skilager nach Meransen in Südtirol (IT). Mit Ski alpin hatte ich vorher nichts am Hut, Langlauf hingegen war ich in der Eifel bereits gewohnt. Es gibt kaum eine schönere sportliche Betätigung als alleine durch knietiefen Neuschnee langzulaufen und sich so seine eigene Loipe durch den Wald zu ziehen. Beziehungsweise die für den Nachhauseweg – oder seine Nachfahrer. Und auch wenn man mit Langlaufskiern nicht abfahren kann, weil sie sich nicht gescheit steuern lassen, ist das dennoch kein Grund, es nicht zu tun. Etliche blaue Flecke gaben beredt Zeugnis davon …

 

Abfahrtslauf hingegen war ein vollkommen neues Terrain für mich. Nach ein paar Wochen der Vorbereitung im Sportunterricht konnte in Sachen Ausdauer jedoch nichts schiefgehen. Unsere Sportlehrerin – berühmt-berüchtigt für den Ausspruch »Frieren ist Charakterschwäche« – stählte unsere Muskulatur durch Zirkeltraining und Coopertest. Endlich einmal hatte ich in Sport ein Erfolgserlebnis, weil ich meine in diesem Alter bereits dem Nikotin verfallenen Mitschüler locker überrunden konnte.

(Nun, meine damalige Lasterlosigkeit sollte sich später beim Après-Ski als nachteilig herausstellen, denn ich war auch (noch) nicht sehr trinkfest. Jagertee habe ich verschmäht und mich lieber an das Mädchengetränk Hexenmilch gehalten. Tue ich aber heute noch, wenn ich die Wahl habe.)

Dem Alkohol sprach ich damals nicht zu, dafür umso mehr einem sagenhaften Eiscafé in der Nähe, mit kolossalen Eisbechern. Das ist heute umgekehrt.

 

Wagemutig bezwangen wir Anfänger am ersten Tag unter regem Einsatz der Textilbremse den Idiotenhügel, der gut und gerne ein halsbrecherisches halbes Prozent Gefälle gehabt haben dürfte. Wenn man da nicht höllisch aufpasst, sieht man schnell althaus. Am dritten Tag, als wir bereits fette Abhänge hinunterbretterten (immer den Talski belasten!), die wir zu Fuß nicht hätten hinabgehen können, lachten wir uns schlapp über den Idiotenhügel und die, nach denen er benannt ist. Ob wir Pistensäue da auch mal drauf gewesen waren? Niiiemals!

 

 

Samstag, 10. Januar 2009

Kranksein ist ein Arsch.

 

 

Sonntag, 11. Januar 2009

Um mit meiner Homepage nach all den Jahren des Reinbutterns und Beklautwerdens auch einmal ein paar Krümelchen zu verdienen, nehme ich seit Neuestem an Googles AdSense-Programm teil. Das Prinzip ist simpel: Die Teilnehmer von AdWords bezahlen für Anzeigen, die von den Teilnehmern von AdSense veröffentlichen werden. Google hockt mit der vermittelnden Technik dazwischen. Das Besondere daran: Die Anzeigen beziehen sich inhaltlich auf den Text drumherum, so dass die Produkthinweise unter Umständen sogar von Interesse sein könnten.

 

Wie dem geneigten Stammleser aufgefallen sein dürfte, habe ich nun also Reklamefensterchen reingekletscht, wo’s eben geht und nicht allzu weh tut. Bei dieser Gelegenheit habe ich nebenbei das Kochbuch ein bisschen aufgeräumt. Mittlerweile sind es über 250 Rezepte, da tat längst eine sinnvollere Sortierung not. Außerdem hatte sich über die Jahre eine Menge überflüssiger Code angesammelt, der aus der finstren Zeit des Mittelalters stammt, als man noch nicht penibel auf die Trennung von Content und Layout achtete – und als blinde Tabellen zum Layouten das Mittel der Wahl waren. (Ich weiß gar nicht, warum die in Ungnade gefallen sind, ich finde sie nach wie vor genial. Jedenfalls um Längen umgänglicher als diese vermaledeiten DIV-Container in CSS, wo wieder jeder Browser ein eigenes Box-Modell zu befolgen gedenkt!)

 

Die Regeln von AdSense sind streng: Gemäß den Programmrichtlinien darf ich fortan nicht mehr auf alle Links meiner eigenen Homepage klicken, die Google-Anzeigen sind für mich strikt tabu: »Das Klicken auf eigene Anzeigen aus einem beliebigen Grund ist untersagt.« Man kann sich an einer Zimmermannshand ausrechnen, dass sich sonst ein jeder Publisher sein eigenes Konjunkturpaket III zusammenklicken würde.

Ebensowenig darf ich – auf keinen Fall, unter keinen Umständen und auf gar keine Weise – irgendjemanden dazu auffordern, auf die Anzeigenfensterchen zu klicken! »Klicks auf Google-Anzeigen müssen aus einem echten Interesse der Nutzer heraus erfolgen.« Also, wie stets im Internet: Klickt bloß aus echtem Interesse wo drauf!

 

 

 

Montag, 12. Januar 2009

Ich habe den ganzen Tag keinen Appetit gehabt und darum auch kaum etwas zu mir genommen. Das hatte ich in den vergangenen Tagen schon ein paar Mal. Zwei Scheiben Toast täglich sind auf die Dauer nichts für einen staatse Kerl mit normalerweise 2.198 Kilokalorien Grundumsatz am Tag. (Wenn man denn an diesen Quatsch glaubt und seinen Verdauungstrakt für eine Verbrennungsmaschine hält.) Kurz vor der Tagesschau – und kurz vorm Kollabieren – zahlte es sich dann aus, dass ich so zentral, an den Fleischtöpfen der Stadt, wohne. Geschwind beim Kaufhof nebenan drei Zentimeter Hüftsteak besorgt, in die wohltemperierte Titan-antihaftversiegelte Aluminium-Guss-Pfanne gewuchtet und der Welt zarteste Steaks genossen – Butter ist zäh dagegen!

 

 

Dienstag, 13. Januar 2009

Dem Trafficklau habe ich nun einen endgültigen Riegel vorgeschoben. Wir erinnern uns, zuletzt hatte ich einige ausgewählte Bilderchen, die unerlaubt auf fremderleuts Seiten eingeblendet wurden, durch die Mitteilung ersetzt, dass, wer solcherlei tue, ein rektales Streichinstrument sei. Jedes der inzwischen über 1.000 Bilder in Koch- und Tagebuch einzeln zu ersetzen, wäre jedoch selbst mir ein zu zeitaufwändiges Geschäft. Also habe ich per .htaccess-Datei die Einbindung von Bildern generell unterbunden.

 

Diese Technik hat den Vorteil, dass ich gar nicht wissen muss, welches Bildchen genau da entführt wurde, es wird einfach alles an unlauterem Netzverkehr geblockt. (Denn oft weiß ich gar nicht, welches Bild im Einzelnen stibitzt wird. Ich sehe anhand der Referrerliste nur, dass ein Bild von einer unberechtigten Seite aufgerufen wurde, nicht welches. Wenn ich mir die entsprechende Seite anschauen will, stelle ich fest, dass man in vielen Foren ja größten Wert auf seine Persönlichkeitsrechte legt: »Die Privatsphäreeinstellungen dieses Mitglieds verhindern das Anzeigen der Seite.«)

Statt des geklauten Bildes oder der Po-Streicher-Injurie erscheint nun generell dieser Hinweis:

 

Das fehlende Bild und andere schöne Sachen

 

 

Traffic entsteht so zwar auch, aber diesmal dient er dem diebischen Amüsement des Autors. Als besonderes Schmankerl habe ich nämlich eine Graphik in den Maßen 800 mal 600 Pixel gewählt, damit es auch keiner übersieht. Wenn der Trafficdieb dieses Bild nun ohne das Wissen um die WIDTH- und HEIGHT-Angabe im <IMG>-Tag eingebunden hat – wovon mal stark ausgegangen werden darf –, sprengt ihm das Kästchen das schöne Layout. Och Menno, was?

 

Ich überlege allerdings, diesen Diebstahlschutz von Zeit zu Zeit einfach abzuschalten. Gewissermaßen als Honigfalle: Dann sollen sich die Leute mal schön ungefragt bei mir bedienen – und wenn sie das zahlreich getan haben, schalte ich wieder meine Mitteilung frei. So kommt man günstig an einen Nachschlüssel zu anderer Leute Homepages. Diese kann ich dann mit Nachrichten frei nach Schnauze bestücken: »Trafficdiebe sind Arschgeigen«, »Willi wählen!«, »Free Nelson Mandela«.

 

 

Mittwoch, 14. Januar 2009

Oh, die Sprachpolizei hat wieder zugeschlagen: Tchibo hat auf Druck vom Zentralrat der Juden seinen aktuellen Werbespruch »Jedem den Seinen« zurückgezogen. Er klänge zu sehr wie das Motto, das am Eingangstor zum KZ Buchenwald prangte, »Jedem das Seine«.

 

Darauf muss man erst mal kommen! Wird jetzt jeder Satz verboten, der diese beiden Pronomina gleichzeitig enthält?

 

Es ist ohnehin lächerlich, alles für tabu erklären zu wollen, was zwischen 1933 und 1945 einmal gesagt oder geschrieben wurde. (Die haben nämlich einen ganzen Haufen Scheiß gesagt und geschrieben.) Immerhin stammt dieses Zitat bereits aus dem alten Rom, Cicero und/oder Cato halten das Copyright für »suum cuique« seit über 2.000 Jahren.

 

Wenn man die deutsche Sprache – 64 Jahre nach Kriegsende – weiterhin zu entnazifizieren gedenkt, dann sollte in allen Wörtern auch das Doppel-S verboten werden, die Abkürzungen für Sachsen-Anhalt, Saudi-Arabien, Sozialarbeit und Samstag ebenso. Nie mehr soll ungestraft jeder(!) mit seinem(!) Volkswagen(!) über die Autobahn(!) heim(!) zum Eintopf(!) fahren dürfen.

 

Man könnte in letzter Konsequenz sogar noch weiter gehen: Die Nazis sprachen ja deutsch, also wird nun deutsch zu sprechen verboten … Oder wie wir in nicht all zu ferner Zukunft auf den Schulhöfen hören werden: »Ey Alda, krass, du laberst ja deutsh. Voll rassistisch!«

 

Wen wundert es, wenn der Groll gegen diesen Zentralrat durch solche Aktionen vergrößert und nicht mehr Verständnis für die durchaus berechtigten Interessen aufgebracht wird? Man muss sich einmal fragen, wem diese Diskussion nun eigentlich dienlich ist … Oder noch mal auf Latein: Cui bono? Einen schönen Gruß auch von Frau Streisand.

 

In den Achtzigern klebten an jeder Laterne und Latrine solche Aufkleberchen, ich glaube von Hanuta, mit der Version: »Jedem das Seine – und mir das Meiste.« Wo war der Zentralrat da? (Es gibt auch nicht wenige, die den damaligen Slogan von SAT.1 »Powered by Emotion« mit »Kraft durch Freude« übersetzt haben …)

 

Mit Tchibo sollte man derweil nachsichtig sein: Schließlich fordern sie ja nicht den totalen Kaffee

 

 

Viel mehr zu bemängeln wäre die sprachliche Nachlässigkeit, dass studentische Hilfskräfte an Universitäten landauf, landab unkritisch als HiWis bezeichnet werden – denn diese Abkürzung für sogenannte Hilfswillige stammt nachweisbar originär aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges!

 

 

So lacht NRW, jedenfalls bei TV-genial:

 

So lacht NRW

 

Da lache ich auch: Ein bedeutender Teil der Gäste ist schon seit Jahren mausetot.

 

 

Donnerstag, 15. Januar 2009

Als der Geldautomat eben zwar bereitwillig meine PIN und sonstigen Angaben schluckte, im Gegenzug aber nichts Bares ausspuckte, dachte ich zuerst, die Sparkasse Aachen spanne gerade ihren eigenen, kleinen Rettungsschirm auf. Man hört doch zur Zeit so oft, dass eine Bad Bank gegründet werden soll. Doch die nette Dame an der Informationstheke versicherte mir, dass man mir den Betrag, den der Automat unberechtigt einbehalten habe, umgehend wieder zurückbuche.

Das oder morgen steht in der Zeitung, dass Geldautomaten wegen der Finanzkrise ab sofort Slotmachines sind und nur noch jeder Hundertste den Jackpot gewinnt.

 

 

Freitag, 16. Januar 2009

Bei Lindt gab es heute die mutmaßlichen Weihnachts-Stollen der nächsten Saison zu verkosten. Ich finde, Marzipan von bester Qualität ist bereits ein Spitzenprodukt an sich, da muss man nicht noch gemahlene Früchte und Gewürze reinrühren. Ferner kann, glaub ich, nicht einmal der Weihnachtsseligste dieses überwürzte Süßzeugs im Januar noch sehen, das sollten die Marktforscher bei ihrem Testlayout vielleicht bedenken.

 

Um den Geschmack loszuwerden, habe ich die Aufwandsentschädigung gleich schräg gegenüber beim Bahlsen-Lagerverkauf auf den Kopf gehauen, dort bietet man nämlich auch Chipse und andere herzhafte Leckereien an. Man sollte die »Döner mit alles«-Crunchips natürlich weiträumig umknabbern und sich auf die »Naturals«-Chips mit Salz und Pfeffer, aber dafür ohne künstliche Geschmacksverstärker stürzen.

 

 

Frittendienstag wurde diese Woche auf den Freitag verschoben. Dazu gab es feines Sellerie Cordon bleu – raffiniert: Gemüse in Fleisch-Camouflage.

 

Sellerie Cordon bleu

 

 

CointreauNikolaudia ist übrigens ein feiner Kerl, hat mitbekommen, dass der Likör vom 6. Dezember schon leer ist und prompt für Ersatz gesorgt!

 

Samstag, 17. Januar 2009

Seit ewig bekomme ich von einem rechtslastigen Verlag aus Kiel Machwerk-Verzeichnisse an meine Heimatadresse geschickt, unter der ich seit Jahrzehnten nicht mehr erstwohnsitzlich gemeldet bin. Kurz vor Weihnachten war es der Jahreskatalog, so voll mit rechten und revisionistischen Schriften, dass einem die Kotze im Halse gefriert. Ich berichte erst jetzt drüber, weil ich keinem die Festtagsstimmung verderben wollte.

 

Die vertreiben so richtig kranke Scheiße, gratulieren einem bekennenden Holocaustleugner zum Geburtstag und widerlegen bekannte deutsche Sprichworte. Denn ein kurzer Blick in die Tonträger-Abteilung zeigt: Böse Menschen haben sehr wohl Lieder!

 

Ein paar Kotzproben:

 

Zitate: rechte Kotzproben

 

(Ob der nette Herr Sick weiß und gutheißt, in welchem Umfeld seine Werke da vertickt werden?)

 

Vielleicht sollte ich denen ihren Dreck mal zurückschicken. Mit dem Hinweis: »Annahme verweigert!« Oder besser: »Gefallen auf dem Feld der Ehre!«

 

Doch der Geschäftsführer selbst brachte mich auf eine Idee: Im Editorial schreibt er, dass man den Katalog für weitere Geschenkanlässe aufbewahren solle, »für den Papierkorb ist er zu teuer«. Das bedeutet, ich werde mir das Konvolut bis in alle Ewigkeit zuschicken lassen, solange es die nur schön was kostet. Jede Beitrag zählt – und sei er auch noch so klein!

 

Hm, wenn ich also – aus nicht nachvollziehbaren Gründen – bei denen auf dem Verteiler stehe, werde ich bestimmt auch vom Verfassungsschutz überwacht. Grüße!

 

 

Sonntag, 18. Januar 2009

Fast-Glückwunsch: Die Hitparade im Zett-De-Eff würde heute 40, wenn es sie noch gäbe.

 

 

Nach einer Woche Teilnahme bei Google-AdSense darf getrost festgehalten werden: Der Steinreichtum lässt noch auf sich warten. (Doch wie war das nochmal mit dem Kleinvieh? Wenn ett och all nett rähnt, su tripst ett awer.) Bei den ersten Klicks rollte der Rubel – beziehungsweise Dollar-Cent, Google rechnet amerikanisch – scheinbar noch: Anfangs gab es mal grandiose 22 US-Cent für einen Klick auf eins der Fensterchen mit den hochinteressanten Informationen. Und $$$-Symbole erscheinen dann auch immer in meinen Pupillen. Allerdings kommt es schon mal vor, dass ein Klick nur drei bis vier US-Cent wert ist. Fragt mich nicht, warum.

 

Die ganze Marie muss man dann noch in Euro umrechnen. Ein trauriges Kapitel, hier spürt man den eisigen Atem der Finanzkrise einmal direkt und hautnah. Nach dem aktuellen Wechselkurs ist ein Dollar derzeit gerade mal 0,7538 Euro wert; oder umgekehrt kann man für einen Euro 1,3174 Dollar kaufen. (Komisch, plötzlich achte ich auf sowas …) Und dann muss ich ja noch die enthaltenen 19 Prozent Mehrwertsteuer abführen – man kann sich vorstellen, dass da nicht viel von dem Braten übrig bleibt: Aus den durchschnittlich zehn US-Cent pro Klick, wenn's gut läuft, werden so steuerbereinigt jämmerliche sieben Euro-Cent.

 

Laut der Seitenimpressions-Angabe in der Statistik (eine Seitenimpression wird erfasst, wenn ein Nutzer eine Seite mit Google-Anzeigen aufruft) klickt durchschnittlich nur jeder Hundertste auf die Reklame, und sei sie noch so kontextbezogen. (Auf jeden Fall ist da noch Platz nach oben!) Da frag ich mich natürlich, ob ich diese Verschandelung nicht wieder von der Homepage nehmen sollte. Andererseits: Immerhin kommen mit diesen Kleckerbeträgen auf lange Sicht die Onlinekosten wieder rein.

 

Statistik (selbst gefälscht)

 

 

Barack WesterwelleObama – die Hesse komme! Noch ein Wort zu den heutigen Wahlen: Die hessische SPD und ihr Spitzenkandidat, der wie das ganze Land nun getrost wieder der Bedeutungslosigkeit anheim fallen kann – was schade ist, nachdem man sich seine Namen erst mühevoll eingebimst hatte –, haben die Wahl himmelhochjauchzend verloren. Alle Mittel, sich von Links abzugrenzen, haben nichts genützt: Man hatte alle Linksträger umschulen lassen, man war im Straßenverkehr statt einmal links dreimal rechts abgebogen und man hatte versucht, sämtliche Links auf der Homepage zu entfernen – alles zwecklos.
Der größte Wahlverlierer ist allerdings eine gewisse Splitterpartei, die knapp an der 18%-Hürde gescheitert ist …

 

 

Montag, 19. Januar 2009

Unhappy 200th Birthday, Edgar Allan Poe! Aber ach, der Poe, der lebt ja gar nimmermehr. Quoth the Raven, nevermore!

 

 

Falls es jemand wissen will: Poldi Podolski kehrt in der nächsten Saison vom FC zurück zum FC. Gegen die zu erwartende Sause in Köln (am Rhein) wird der morgige Amtsantritt von Borat Obama in Washington ein gemütliches Beisammensein werden.

Unklar ist indes noch die Finanzierung der Abwrackprämie Ablösesumme: Wird man den Rosenmontagszug ausfallen lassen, sämtliche Kölschbrauereien nach Düsseldorf verkaufen oder den Kölner Dom bei Ebay reinstellen?

 

 

Dienstag, 20. Januar 2009

Herzlich willkommen auf der Welt, Léa!

 

 

Es begab sich aber zu jener Zeit, dass ein Gebot vom President-Elect ausging, dass alle Welt Ihn schätzen und beim Amtseid Ihn oder den hohen Richter – so genau konnte ich das auf CNN nicht verstehen – sich verhaspeln sehen solle. Und jedermann ging, dass er Ihm huldige, ein jeder in Seine Stadt im Distrikt von Columbia …

 

Now that was quick. Noch während Obamas Antrittsrede wurde der alte Webauftritt des Weißen Hauses plattgemacht und das neue Whitehouse.gov präsentiert. Wenn man sich mit Opera 9.23 allerdings über »the AGENDA« informieren will, zeigt sich, dass auch das Webteam des amtierenden Retters der Welt so seine liebe Not mit DIVs und CSS hat …:

 

SCREENSHOT: Whitehous.gov CSS

 

 

Mittwoch, 21. Januar 2009

Wieder Lindt, diesmal die Sommer-Créationen '09. Leute: Weder Limette-Buttermilch noch Erdbeer-Panna-Cotta hat in Schokolade was verloren! Die Schokolade-Vanille-Kombi hingegen wurde einwandfrei durchgewinkt.

 

 

Donnerstag, 22. Januar 2009

Alles Gute zum Geburtstag, Anna!

 

 

Eben war ich nochmal Schüler: bei einem Vortrag in der Volkshochschule Aachen. Eine eigenartige Erfahrung, wenn man sonst immer vorne steht und selber erzählt. Dummerweise habe ich die Fähigkeit verloren, mein Hirn auf Durchzug zu stellen. Ob ich wollte oder nicht, ich bekam alles mit, was der Referent so sagte …

 

Es war eine Informationsveranstaltung zum Thema »Web 2.0 [kotz! würg!] oder Gutenberg hoch zwei – Das neue Internet und seine Einbindung in die Erwachsenenbildung« – man will ja auf dem Laufenden bleiben. Der Referent, Dr. Christoph Köck (dies sei nur erwähnt, damit er sich beim Googeln auch findet – man solle nämlich regelmäßig nach sich selbst im Netz suchen, damit man weiß, was andere so über einen schreiben, sagte er), machte seine Drohung wahr und begann tatsächlich mit dem alten Gutenberg und der Erfindung des Buchdrucks …

 

Immerhin rief er diese mediale Revolution mit humoristischer Untermalung in Erinnerung.

 

Es zog sich daher etwas hin, bevor er im Internet ankam. Viel Neues erfuhr ich nicht, es ging um mittlerweile Alltägliches: Dass es Youtube, Blogs und Communitys zu vielerlei Themen gibt, sollte man gelegentlich schon mal gehört haben, wir schreiben 2009. Dass das »neue« Internet namens Web 2.0 [kotz! würg!] nun zum Mitmachen da ist, halte ich ja für die Binsenweisheit des Jahrtausends: Früher lebte das Netz auch schon vom Mitmachen, nur war es damals noch mehr Arbeit. Da musste man zu Fuß in HTML programmieren, eigenen Webspace mieten und für Bekanntheit sorgen – und brauchte sich nicht bloß einfach in einer Community anzumelden und zu veröffentlichen, dass es den Datenschutzbeauftragten graust. Wenn das Netz direkt von Firmen und Konzernen gekapert statt liebevoll von Privatleuten gepäppelt worden wäre, wäre es nicht so erfolgreich geworden, ich schwör.

 

Obwohl sich die Veranstaltung an Fachpublikum wendete, war das Ganze einem Großteil scheint’s völlig neu. (Einer beschwerte sich allen Ernstes über die vielen Fremdwörter!) Auch der gute Dr. Köck, ein Ethnologe, erweckte den Anschein, als könne er zwar trefflich darüber referieren, aber an sich wenig damit anfangen. Er habe da zwar sein Profil auf einer Community ins Netz gestellt – es greife aber keiner darauf zu …

 

Die Zuhörerschaft benahm sich, wie bei solchen Veranstaltungen üblich: Es gibt immer ein paar Teilnehmer, die Fragen stellen, nur um zu zeigen, wie schlau sie doch schon sind.

 

Mit der Einbindung multimedialen Inhalts tat sich der Dozent indes keinen Gefallen. Um darzulegen, wie »die Jugend« heutzutage so drauf ist, zeigte er das – nicht mehr ganz taufrische – Youtube-Video »Sk8er Boi« von Avril Lavigne aus dem Jahre 2002. Und räumte anschließend freimütig ein, dass er selbst auch nicht ganz verstehe, um was es darin eigentlich geht. (Ein Flashmob auf einer Straßenkreuzung, bei dem die süße Avril auf einem Auto rumhüpft und singt – was gibt’s da zu verstehen?) Dieses Unverständnis ist wohl dem demographischen Wandel geschuldet: Ich glaube, ich war der zweitjüngste in der gutbesuchten Veranstaltung.

 

Aber nichtsdestotrotz kann ich aus dem Vortrag »etwas mit nach Hause nehmen«, wie wir sozialen Pädagogen im Abschlussblitzlicht immer sagen, wenn wir uns irgendetwas aus dem Hirn drücken müssen. Liebe Sowohl-Teilnehmer-als-auch-Stammleser, freut Euch schon mal: Um die »Konsequenzen einschlägiger Web-2.0-Nutzungsformen auf Gesellschaft und Bildungswelt« konkret zu erfahren, werden wir demnächst wer-kennt-wen.de et aliter gemeinsam unsicher machen!

 

 

Als ich beim guten Peter Gabriel vorbeisurfte – ich vergesse immer, wann Vollmond ist, – erfuhr ich en passant, dass er für den Oscar (!) nominiert ist. Mit seinem laschesten Lied zwar – »Down to Earth« aus dem Film »WALL•E« –, aber immerhin.
Die Oscars-Seite wird allerdings gesponsert von Hyundai Genesis … – Wird der die denn nie los?!

 

SCREENSHOT: PG nominiert für Oscar - WALL•E

 

 

Desweiteren ist nominiert (postum): Heath Ledger »as actor in a supporting role«! Fuck, ja, und ich werde Karneval als Heath gehen (der heute übrigens Jahrgedächtnis hat), geschminkt als Joker mit einem selbstgebastelten Oscar aus Fimo: Die 81. Oscar-Nacht ist am 22.02. – in der Nacht zum Rosenmontag!

 

 

Freitag, 23. Januar 2009

Unter ortskundiger Leitung besuchten wir unsere Landeshauptstadt. Das Highlight gleich zu Beginn war der Rheinturm. Der Fernsehturm bietet – wenn es nicht wie heute diesig ist wie Sau – einen hervorragenden Ausblick über die Gegend und die Umgegend.

 

Auf der Aussichtsplattform in 170 Metern Höhe befinden sich schräge Scheiben, so dass sich, direkt nachdem man dem Aufzug entstiegen ist, ein ziemlich direkter Blick auf den Abgrund (u.a. NRW-Landtag) auftut. Die ganz Wagemutigen lehnen sich schräg daran. (Die Scheiben scheinen auch zu halten. Andernfalls müsste am Boden alles voll sein mit zermatschten Leuten. Ist es aber nicht.)

 

Düsseldorf Rheinturm mit Blick auf Gehry, NRW-Landtag, Gegend und Umgegend

 

 

Unter anderem inspizierten wir die Kö, allerdings nur von außen. Um mich zu Armani, der recht schöne Klamotten in der Auslage hatte, reinzuwagen, müsste ich mich wohl erst bei Baldessarini einkleiden lassen. Und um bei denen überhaupt reinzukommen, muss ich mich wohl erst bei Joop o.ä. ausstaffieren lassen …

 

Düsseldorf Kö

 

 

Düsseldorf erschien – wie im schönsten Klischee – zugleich urig (Altstadt) und mondän (Königsallee). Der größte Unterschied zu einer anderen Siedlung rheinaufwärts weiter südlich wird beim Bier deutlich: Wenn man in Köln ein Altbier ordert, bekommt man vom Köbes ordentlich was zu hören! In Düsseldorf hingegen kann man ohne Probleme Kölsch bestellen! (Wenn man das denn unbedingt will …) Das ist wirklich Weltoffenheit. Oder die Brauereien sind bereits verkauft …

 

 

Mongo's in DüsseldorfDer Höhepunkt des Abends war der Besuch des »Mongo’s« am Düsseldorfer Hafen, bekannt aus TV und schwärmerischen Erzählungen.
Das Konzept des mongolischen Restaurants sieht vor, dass sich der Gast bei der Auswahl seiner Speisen weitestgehend selbst betätigt: Man bekommt ein Brettchen mit Mulde sowie eine Schale in die Hand gedrückt, darf eine von zehn Saucen in allen Schärfegraden aussuchen und sich sodann am Büfett gütlich tun. Dort findet man dutzende Gemüse, Fleisch- und Fischsorten vor. Nachdem man seine Wahl getroffen hat, wird alles frisch auf einem heißen Stein gebrutzelt und man bekommt sein Schälchen an den Tisch serviert.

 

Im Mongo's in Düsseldorf

 

Zu jedem Gericht gibt es Reis, Baby, – womit man sich aber nicht allzu lange aufhalten sollte …

 

Wenn man den – sehr zu empfehlenden – Total-Mongo’s-Tarif wählt, darf man nach einem Süppchen dieses Spiel sooft wiederholen, wie der Magen-Darm-Trakt Fassungsvermögen hat. (Und hey, da passt ’ne Menge rein!) Zwischen 12 und 16 Uhr für 14,50 Euro, zwischen 16 und 18 Uhr für 18,90 Euro und ab 18 Uhr für 21,90 Euro.

 

Damit man entspannt schlemmen kann, sollte man einen Tisch für mindestens zwei, besser drei Stunden reservieren lassen. Dann kann man auch mehrmals ganz wenige Zutaten am Food-Markt in die Schale füllen. Macht natürlich keiner …

 

Ich wählte unter anderem weise einen Hüpfgang (Känguruh und Springbock), einen Flattergang (Strauß, Ente und Huhn) und einen Schwimmgang (Papageienfisch, Jakobsmuscheln und Garnelen).

 

Rheinturm Düsseldorf nachts

 

 

Samstag, 24. Januar 2009

Meine Karnevalsverkleidung sollte ich eventuell nocheinmal überdenken: Ein durchgeknallter Belgier ist in einer Kinderkrippe Amok gelaufen – es heißt, er sei geschminkt gewesen als Joker.

 

Das ist selbst mir zu geschmacklos. Gehe ich eben als »Oliver Pocher als Tom Cruise«, so mit Augenklappe und Aktentasche.

 

 

Sonntag, 25. Januar 2009

Eine sehr liebe, sehr junge Freundin hinterließ auf dem AB die Nachricht, dass sie nun zum Karlsfest auf den Marktplatz gehe. »Kommst Du auch, ja?!« – Ja!

 

Karlsfest 2009

 

 

Letztens fand ich übrigens heraus, dass der nächste, der im Sessel des Aachener Oberbürgermeisters (unten rechts im Bild) platznehmen darf, ebenfalls oft Gast im Egmont zu sein scheint. Warum er der nächste OB wird: Er heißt – wie es sich gehört – Karl und hat am 28. Januar Geburtstag – was soll da noch schiefgehen?

 

 

Montag, 26. Januar 2009

Happy Chinese New Year! Ich hätte das »Jahr des Erd-Rindes« auch gerne mit einem leckeren All-you-can-eat-Büffet begrüßt – aber das »Dong Fan Hong« am Seilgraben in Aachen hat montags leider zu.

 

 

Neue Funde im Elisengarten sorgen dafür, dass die Geschichte Aachens wohl um- oder neugeschrieben werden muss. Schon vor 5.000 Jahren siedelten Menschen hier vor meiner Haustür. Nach den Kelten ließen sich die Römer in Aachen nieder und blieben bis ins 5. Jahrhundert nach Christus und schufen nicht – wie bisher angenommen – bloß ein kleines Heilbad, sondern eine richtige römische Kleinstadt mit möglicherweise prunkvollen Großbauten.

 

Neue Funde im Elisengarten sorgen dafür, dass die Geschichte Aachens wohl um- oder neugeschrieben werden muss.

 

 

Dienstag, 27. Januar 2009

Wie an anderer Stelle auf diesen Seiten bereits erwähnt, gibt es drei Fantastilliarden Bierverschnitte. Das einzige essentielle – da vom Körper nicht selbst herstellbare – Biermischgetränk, das eine Existenzberechtigung hat, ist bibop, diese Melange aus Köstritzer Schwarzbier, Cola und Guarana. (Ja, ich weiß, wir müssen es ja nicht unbedingt Bier nennen …)

 

Leider ist das leckere und beflügelnde Schwarz so schwer aufzutreiben wie eine Jungfrau im Swingerclub. Ich renne in jeden Supermarkt und Getränkehandel auf der Suche danach. Doch meistens Fehlanzeige. Die einzige verlässliche Tankstelle dafür ist das gute alte Egmont. Ich muss mal den Patrone bestechen, woher er seinen Stoff bezieht.

 

Die Marketingstrategen haben sogar eine trendige Website für bibop ins Netz gesetzt, aber die beste Marketingmaßnahme wäre wohl, die Flaschen irgendwo auch tatsächlich zum Kaufe feilzubieten!

 

bibop im Egmont

 

 

So ähnlich verhält es sich auch mit Carpe Diem Ginkgo. (Ginkgo! Nicht pilziges Kombucha oder hefiges Kefir.) Ich bin ausgewiesener Anhänger von Functional Food – ein bisschen Esoterik muss wohl sein. Doch was soll die Häme: Das Zeug wirkt! (Und schmeckt.)

Auch diese Brause mit dem Geschmack von Ginger-Ale und einem Hauch Krankenhaus ist selten erhältlich. Obwohl man auch ihr einen stylischen Webauftritt spendiert hat. Man kann sich meinen Adrenalinschub vorstellen, als ich das lebende Fossil eben nocheinmal im Kaufhof entdeckte. Und sogleich das Regal leerkaufte!

 

Carpe Diem Ginkgo

 

 

Mittwoch, 28. Januar 2009

Wer mir zur Zeit gewaltig auf den Piss geht, ist Unitymedia. (Dicht gefolgt von der Baufirma, die nebenan den Mexx-Laden umbaut. Der war doch noch gut!) Diese Firma mit dem Logo, das aussieht, wie bei RTL geklaut, kleistert derzeit die Litfaßsäulen zu, als hätte man bis zu ihrem emergenten Erscheinen nur mit Rauchzeichen kommuniziert, und hat mich in der letzten Zeit schon mehrmals angeschrieben, ob ich ihr nicht einen Kabelanschluss abkaufen wolle. Will ich nicht. Ich beziehe mein Fernsehsignal schon seit Jahren recht erfolgreich direkt aus dem Orbit. Per Astra ad televisionem. Und wenn das irgendwann einmal nicht mehr gehen sollte, lese ich ein Buch!

 

Firmen, die soviel Geld in Mailings stecken können, misstraue ich von vornherein. Man belässt es auch nicht dabei, mich ständig anzuschreiben, nein, man fordert mich dazu auf, doch auch bitte zu informieren, wenn ich nicht Kunde werden möchte – für nur 45 Cent pro Postkarte oder 14 Cent pro Minute aus dem Deutschen Festnetz. Piependeckel! Die sollen mal schön selber sehen, wie sie ihren Datenbestand gepflegt kriegen.

 

Doch man wurde bereits tätig, anscheinend bei anderen Hausbewohnern. Eben fand ich eine Mitteilung im Briefkasten vor: Mein »zuständiger Medienberater« sei heute im Hause gewesen und habe technische Arbeiten an der Kabelanlage durchgeführt. »Sollte Ihr Anschluss außer Funktion sein, wenden Sie sich bitte an unseren Mitarbeiter.« Ach so, die kommen erst schrauben und gehen dann, ohne sich von der Funktionstüchtigkeit der Gerätschaften ihrer Nicht-Kunden zu überzeugen! Allerdings wäre damit dann auch klar, was für den Stromausfall heute morgen gesorgt haben dürfte, der mir eine Zwangspause beschert und eine Viertelstunde ungespeicherter Pixelei geklaut hat.

 

 

Donnerstag, 29. Januar 2009

Alles Gute zum 80sten, Tempo! Was noch fehlt, um die fiesen Stofftaschentücher endgültig abzuhängen, sind Tempos mit Monogramm! Das wäre doch mal ein Geschäftsmodell, »Tempos-on-demand«, personalisierte Taschentücher, gedruckt nach Bedarf, oder? Andererseits: Hochziehen mit Monogramm gibt es ja auch nicht …

 

 

Samstag, 31. Januar 2009

Kommt das nur mir so vor? Der Januar geht immer so schnell vorbei. Auch wenn ich eine Woche flach gelegen habe, nach Weihnachten kommt anscheinend immer gleich Februar. Gut, wenn man über die Nichtigkeiten der Welt stets Buch führt.

 

 

»Wenn Ihr wisst, was ich meine und so.«

Holden Caulfied

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