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diario trollo - Kommentare, Anekdoten und Sentenzen - TLs Online Tagebuch diario trollo - Kommentare, Anekdoten und Sentenzen - TLs Online Tagebuch
August 2001
diario trollo - Kommentare, Anekdoten und Sentenzen - TLs Online Tagebuch

Aus gegebenem Anlaß:

Urlaubstagebuch Baltrum
4. bis 11. August 2001

Samstag, 4. August 2001

Nach anfänglicher Urlaubsmuffeligkeit meinerseits sind wir nun doch in/auf Baltrum angekommen, ich liege auf meinem – leider zu kurzen Bett – in Zimmer 8 in der hinter Dünen versteckten Pension von Fischer Z.

Die Anreise: Wir haben dummerweise Online-Map&Guide vertraut, wodurch wir einen Umweg durchs halbe Ruhrgebiet auf uns nehmen mußten. Wir waren schon in Gelsenkirchen (auf Schalke) als wir endlich die A2 fanden. M&G hätte freundlicherweise darauf hinweisen können, daß vorher noch ein paar andere BABs kommen.
Später raubte dann erhöhtes Verkehrsaufkommen eine weitere halbe Stunde. Nur weil Niedersachsen es nicht auf die Reihe kriegt, eine durchgängige Autobahn zu bauen. Futsch war das eingeplante Stündchen Toleranz.
Doch was soll die Eile, ist doch Urlaub, mag mancher denken. Die 15-Uhr-Fähre sah das slightly different …

Baltrum ist eine Insel – um hier mal eine hieb- und stichfeste Aussage zu machen. England, Rhodos, Malle – wenn Urlaube, dann Eilande. Und Baltrum hätten wir beinahe fast ebenfalls per Flugzeug erreichen müssen. Die Idee kam uns auf der Suche nach einer Alternative zur nächsten planmäßigen Fähre – die um 22:30 Uhr! Wegen des Tidenhubs fährt die Fähre nur circa alle – na, in Erdkitsch aufgepaßt?: sechs Stunden.
Der Parkplatzwächter schlug uns und ein paar weiteren Zuspätgekommenen jedoch vor, ein eigenes Boot zu chartern. Eine prompte Entscheidung tat Not, denn die Ebbe raubte zusehends mehr vom feuchten Naß.
Mit den anderen Staugeplagten teilten wir uns die 200 Mark Extra, die wir dem Fährmeister in die Hand drückten, ohne Quittung, betrügerisch und unsozial. Natürlich erst nachdem er uns übergesetzt hatte. Don't pay the ferryman …

Auf Baltrum ist der Betrieb von Kraftfahrzeugen untersagt – schon wieder so eine hammerharte Tatsache!
Für den Transfer des Gepäcks stellte uns unser Wirt – besagter Fischer Z – einen Bollerwagen zur Verfügung, wie sie hier üblich sind für den Transport jeder Art von Gut und Brut.
Die Pension ist, versteckt hinter Dünen und Gebüsch, eine schnuckelige Herberge am südöstlichen Ende des besiedelten Teils der Insel. Schnuckelig means: ein bißchen verbaut, nett eingerichtetes Zimmer, nur ein Kubikmeterchen Kopffreiheit hie und da wäre praktisch.
Die Küche ist hervorragend, hat eventuell mit dem Nebenerwerb der Pension zu tun: Bis 21:30 Uhr ist es auch eine Pizzeria. Man kann sich vorstellen, daß so ein Abend recht lange sein kann, wenn es um sechs das halbpensionsmäßige Abendbrot gibt. Und gerade jetzt (um 20:00 Uhr) verlockt mich der italienische Duft doch sehr …
Hartbleiben!
Die restlichen Gäste waren bislang unauffällig – so viele sind es auch gar nicht. Bis auf die Kleinfamilie aus Schwaben: Mama, Papa, Sohnemann (ca. 2 ½ Jahre). Dabei ist das Gequake der Teppichratte unerwarteterweise gar nicht störend. (Seine Lieblingsworte sind »Dumideine« und »Dufi«, dessen Bedeutung(en) habe ich allerdings noch nicht eruieren können.)
Die Pest ist allerdings seine Mutter, die volles Rohr daruflosschwäbelt und dem armen Sven alle drei Minuten hinterherruft: »Sweehn! Kommsch her!«

Nach dem ersten atemberaubenden Sonnenuntergang über dem Meer – es hat gar nicht gezischt –, sinke ich sodann auch in mein Bett.

Sonntag, 5. August 2001

Nach dem Frühstück eben brauche ich Gewaltphantasien zur Karthasis – schlaftrunken als erste Worte laufend »Sweeheen« hören zu müssen, kann einen schon zu Straftaten verleiten.

Von allen meinen Urlaubsinseln ist Baltrum die einzige, die man bequem zu Fuß umrunden kann. Ein paar Mal am Tag schafft das wer Lust hat. Versucht das mal bei England! Auf der der Nordsee zugewandten Seite hatte es ebbebedingt weite Flächen matschigen Sandes – weitgehend menschenleer. Wegen des Windes konnte ich erstmal in vivo die Entstehung winziger Sicheldünen studieren. Der Trip hat sich gelohnt, das ist mal klar.
Kunsttitte auf dem Kriegspfad? Oder doch Jellyfish?Am Strand lagen Dutzende Brustimplantate, einige mit Y-förmiger Dekoration – Kunsttitten auf dem Kriegspfad? Bis man mir Landratte die Illusion zerstörte und erklärte, das seien hundsgewöhnliche Quallen beziehungsweise hundsgemeine der feurigen Art. They all need the sun to photosensitize their venom.

Die Mama vom Sweehn erfreut sich immer noch des Lebens. Froh sollte sie wirklich sein, jedes weitere Frühstück mit der Dokumentation ihrer erzieherischen Unfähigkeit bringt ihren Hals einer satten 390°-Drehung näher.

Montag, 6. August 2001

Die Mama von Sweehn ist immer noch da und geht ihren mütterlichen Pflichten nach – oder jedenfalls dem, was sie dafür hält.
Ich vermute, daß es zwischen Mama und Papa nicht mehr so klappt – schließlich haben die noch miteinander geredet – , und nun bekommt der arme Lütte die ganze Breitseite elterlicher Fürsorge ab. Mittlerweile steigt auch der Vater ins Sweehn-Rufen ein.
Und ich weiß immer noch nicht, was ein Dufi ist.

12:30 Uhr, Ortstermin Sonnenterrasse der »Welle«, das Resto beim Hallenbad. (Wozu eigentlich ein Hallenbad?! – Wasser hat's hier in rauhen Mengen. Und was man hier einen Sand klauen könnte!) Hier nimmt man Mengenwünsche wörtlich: eine große Cola ist ein solider halber Liter.
Das Wetter ist diesig verhangen, ganz im Gegensatz zu gestern, als der Wind weiße Wolkenberge vor sich her schob.
Ich schlürfe die süße Plörre in Erwartung von Matjes auf Schwarzbrot. Weder beides pflege ich sonst zu mir zu nehmen.

Was ist mit Sweehn passiert? 14:00 Uhr. Papa und Mama lesen wortlos im Vorgarten. Hat man ihn gemeuchelt? Ach was, diese Kurzen machen doch alle ein Mittagschläfchen. Wie ich jetzt.

Dienstag, 7. August 2001

Wenn Erholung der Zweck von Urlaub ist, dann habe ich das Klassenziel verfehlt.
Ich bin gerädert wegen des Bettes. In dem kann man weder gut schlafen, noch gut lesen, noch gut schreiben. Man merkt's an der beklagenswerten Qualität dieses Geschreibsels. Das einzige, was man gut drin kann, ist schlecht träumen. Jesses, was hab ich mir in den letzten drei Nächten eine Scheiße zusammengeträumt!

Der Teufel hole die Halbpension. Nicht daß das Futter schlecht wäre, gerade im Gegenteil. Und noch nie ist eine Mahlzeit ausgefallen. Trotzdem lebe ich in steter Panik zu verhungern und mäste mich bereits am Frühstückstisch. Wer weiß wann's wieder was gibt. (Fünffache Alliteration.) Mittags wird natürlich auch irgendwo geschlemmt, s'ist lang bis sechs zum Abendbrot, beste Jugendherbergszeit. Und für lange Abende horte ich immer etwas Schoki. Im Effekt fresse ich also bis der Ranzen spannt.

Wir haben übrigens herausgefunden, was Dufi ist. Der Panz hat ein Spiel mit Dominosteinen (Dumideinen) von Disney. Mithin ist Dufi schlicht Goofy. Hm, worüber zerbrech ich mir denn jetzt den Kopf?.

Es erweist sich als grob fahrlässig von mir, die Digicam zwar mitgeschleppt aber bislang unberührt gelassen zu haben. Vor lauter Angst, es könnte ein Sandkörnchen oder Salzwassertröpfchen die wertvolle Optik/Mechanik schädigen, habe ich versäumt die rattenscharfen Lichtverhältnisse der ersten Tage zu nutzen: prächtige Farben, imposante Wolkenformationen, interessante Kontraste und faszinierende Muster. Seit gestern ist der Himmel eine recht einheitlich graue Angelegenheit, aus der es hin und wieder unmotiviert pieselt. Doch hier ändert sich das Wetter mitunter ja binnen Minuten.

Ich bin zwar Dünenfan, allerdings visueller. Mich mit nassem Hintern in dies sandige Zeug zu setzen, widerstrebt mir doch sehr. Außerdem sind das hier keine echten Dunies: Die Sandhaufen sind alle überwuchert von Strandhafer.

+++ Gimme a break +++
Boah ey, ich sehe gerade beim Abtippen, wieviel Zeug das noch ist!
Werde meine Geschwätzigkeit irgendwann wohl mal zügeln müssen.
+++ Break's over +++

Die Insel muß ein Paradies sein für junge Familien, von denen man auch reichlich sieht. Keine Autos, kaum wilde Tiere und reichlich Kioske mit Süßkram, die verhindern, daß sich die Brut allzuweit entfernt.
Jedesmal wenn wir einen Papa und eine Mama passieren, die die Frucht ihrer Lenden im Bollerwagen durch die Dünen transportieren, überkommt mich ein eigenartiges Gefühl: eine Mischung aus schlechtem Gewissen, Trotz und Widerwillen. Ihre Blicke scheinen zu fragen: »Und was ist mit Euch?!«

Immer noch Dienstag, nunmehr 20:30 Uhr
Die wortkarge aber hübsche Azubine gießt mir gerade ein Hefe ein. Aktiver Mückenschutz, die Biester sind recht angrifflustig geworden, beißen schon am hellichten Tag.
In Pizzeria von Fischer Z wimmelt es vor Pizza-Abholern. Wahrscheinlich Selbstverpfleger, die nicht tun, wie ihnen geheißen. Es riecht hier im ganzen Haus den halben Tag (oder den ganzen Tag im halben Haus) zwar verlockend nach Pizza, essen sollte man sie jedoch nicht: Der Teig ist nicht besonders, der Belag weitgehend aus der Dose und der Käse schließt den Rundling hermetisch ab. Schon komisch, denn die sonstigen Speisen anläßlich unserer Halbpension (HP) sind vom Feinsten, drei Gänge, abwechslungsreich, womöglich gesund und liebevoll zubereitet.
HP erinnert mich an Homepage. Ob es ihr gutgeht? Heute würde ich normalerweise die Stats vergleichen.
Die wortkarge aber hübsche – sagte ich das schon? – Azubine spült gerade Gläser. Zuerst hielten wir sie für die Tochter des Hauses. Aber die Fragen, die sie als schätzungsweise 16jährige der Chefin stellt (»Was ist Hefeweizen?« – »Erdinger.« ) machen es schwer vorstellbar, daß sie in einem Gastronomiebetrieb aufgewachsen sein könnte.

Schreibblockade! Mir fällt plötzlich nix mehr ein. Dann blättere ich eben etwas in der GLAMOUR im albernen Sommerformat und informiere mich über wichtige Tips für tolle Haut, sexy Busen, Farbe fürs Haar.
Was bin ich froh, daß ich keine Frau bin.

Gespräch am Nebentisch: Die vier Frührentner schwadronieren über die feinen Nußecken – Grinsen auf TLs Gesicht –, die irgendeine Bekannte zuzubereiten vermag und die demnächst mal um das betreffende Rezept angegangen werden soll. »Oder ich guck mal im Internet.« Hustenanfall TL! Schöne Grüße, mein »Rezept für Nußecken« ist bei Google auf Platz 1.

Das wortkarge aber hübsche Fräulein ist gegangen und hat dankenswerterweise das Radio abgestellt mit den ebenso häufigen wie dämlichen Jingles bezüglich der »superduper Megahits der 80er und 90er und natürlich dem Besten von heute« , eine akustische Pest, die anscheinend deutschlandweit grassiert.
Bedtime for Sweehn. Gerade kommen seine Eltern, jeder mit einem Buch. Klar, sonst müßten sie ja miteinender reden.

MöweGLAMOUR hat doch was:
»Warum glauben Männer es, wenn sie hören: Ich will dich nie wiedersehen!? – Weil Männer die Sprache als Verständigungsmittel benutzen und nicht als Kasperletheater.«

Mittwoch, 8. August 2001

Die Schwabenglucke sondert nach wie vor eine Menge überflüssigen Zeugs ab. Swee-hen tue dies nicht, Swee-hen tue das nicht. Also weisch! Jetsch höramal. Du bisch so ein schlimmes Kind. (Wenn sie so weitermacht, wird er es bestimmt.)
Und dann diese leeren Drohungen die ganze Zeit: Wenn du net aufhörsch, gibsch amal an Schlag. Erfahrene Erzieher und Kidnapper wissen: Wenn ich mit was drohe, muß ich das bei Nichterfüllung meiner Forderung dann auch durchziehen, sonst nimmt mich doch keiner mehr ernst. Und genau das tut der gute Sven. Aber hey, sollte die anfangen ihren Knaben zu prügeln, dann spiel ich aber mit!

Das friesische Nationalgetränk ist Tee. Zuerst dachte ich: Tee, bah wie langweilig. Seinen speziellen Reiz erfährt er aber erst durch die typische Zelebrierung der Zubereitung. Der Ostfriese nimmt ihn so zu sich: Man legt ein fettes Stück Kandis, das sogenannte Kluntje, in die Tasse, gießt den Tee drüber und tröpfelt ein Wulkje Sahne dazu. Nicht umrühren! Wenn man genug hat, stellt man sien Lepel in't Koppke. Aber: mindestens dree Koppkes, datt mutt.

Das geplante Abendprogramm ist so richtig ins Wasser gefallen. Als wir uns auf den Weg zum Inseltheater gemacht haben – man gab »Arsen und Spitzenhäubchen« – gerieten wir in eine dermaßene Schauer, so daß wir binnen einer Minute triefend naß den Rückweg antreten mußten. Ein Kleidungswechsel schien ratsam. Als wir wieder trocken waren, hatte das Stück schon angefangen und ich verspürte wenig Lust, in die laufende Vorstellung zu porteln.
Die Schauer war natürlich nach zehn Minuten vorbei.
So schlecht finde ich die unmittelbare Erfahrung des Wetters hier auf der Insel nicht: Eine steife Brise (force nine blowing on Beaufort scale) mag ich sehr, auch darf es gerne mal tüchtig losplattern. (Nur bitte nicht, wenn ich ausnahmsweise mal ins Theater will.) Für Wind & Wuthering wird man umgehend entschädigt mit tollen Ansichten von Wolkenbergen, Regenbögen, Glorien etc. Aber was red ich vom Wetter, wen interessiert denn das?

Donnerstag, 9. August 2001

So langsam gewöhne ich mich an Baltrum. Heute stand eine zünftige Wattwanderung auf der Agenda. Gehört ja wohl dazu. Details? Macht selber eine oder kauft Euch ein Fachbuch! Unser Wattwurm, äh Wattführer erzählte allerhand über das vorgefundene matschige Getier.

Da hinten ist Fischer Z

Als ich als Kind das erste Mal an der Nordsee war, war ich schon enttäuscht: Man stellt sich einen Ozean vor mit großen Pötten, und dann liegt so ein matschiges Nichts vor einem und man wird mit dem kargen Hinweis abgespeist, das Wasser käme später. Na super, wie soll das ein Neunjähriger verstehen? Wenn man ihm auch nicht schlüssig erklären kann, wo das Wasser denn zwischenzeitlich hin sein soll.

Nach verrichtetem Tagewerk sitze ich nun im Café Kluntje, einem urigen Gemäuer, in dem es kein Möbelstück zweimal gibt. Hier werde ich erst mal eine Weile hocken bleiben. Zur intellektuellen Erbauung habe ich die Ostfriesen-Zeitung bei mir – im Urlaub lese ich gern so ein schräges Zeug. Gestern gab's die BILD, und ich konnte sie auch prima nutzen: um unser nasses Schuhwerk zu stopfen.

Dies Café ist wie man sich eins vorstellt: Aus den Boxen schallt das Girl von Ipanema, dezent untermalt vom Geschnatter der urlaubenden Seniorinnen.

KluntjeAh, der nächste Pott Tee wird gebracht. Habe der Bedienung schnell klar gemacht, daß sie mir mit weniger als einem halben Liter nicht zu kommen braucht. Spart ihr ja auch Lauferei.

Man trinkt den Tee hier aus kleinen, extrem dünnwandigen Porzellantäßchen. Albern für einen Kerl wie mich, der zuhause gern alles ab Nulldrei hat. Das Kännchen – typisch weiß mit blauem Ornament – steht auf einem Stövchen. Dies Ensemble kennt man aus Jungmädchenzimmern. Tanten schenken so was gerne zur Kommunion »für die Aussteuer«. (Die ja kein Mensch mehr braucht.)
Die Beschenkte zelebriert den Akt der Teeaufnahme dann auch einmal mit ihrer besten Freundin auf dem Patchworkteppich hockend, danach wird das Service im oberen Regal mit der Aufgabe des Staubfangs betraut. Und zwar solange, bis das Mädchen mit ihrem Freund zusammenzieht: Kein Mann will so was in seinem Hausrat sehen. Die Minitassen und Löffelchen kriegt dann die Nichte.

Sonntag, 12. August 2001

Morgens, noch im Bett liegend. In meinem Bett. Das mit der festen Matratze und den zwei Plumeaus und Kissen.
Vom diesem Urlaub nehme ich mehr als Eindrücke und Erfahrungen mit. Nämlich gesunde Gesichtsbräune und was mir an Gewicht noch fehlte.

Den Rest vom Urlaub verrate ich nicht!

friesisch herb

 

Dienstag, 14. August 2001

Gestern waren wir häuslich fleißig: Im fünften Stock hatte sich wieder eine Menge überflüssiges Mobiliar angesammelt, das der Vernichtung harrte.
Für den sperrigen Müll hat Aachen ein praktisches System: Zweimal im Jahr darf man die Müllabfuhr bestellen, welche an dem Termin auch kommt und den ganzen Plunder mitnimmt – fast alles, auch TV, Kühlschrank und atomare Brennelemente.
Die Bürger sagen dann, sie hätten »Sperrmüll bestellt« , was natürlich Quatsch ist: Der Müll ist ja schon da.
Eigentlich brauchte man die Abfuhr gar nicht anzufordern: Wir hatten noch nicht alles unten, da wurde es schon von begierigen Interessenten fortgezerrt. Und das sind durchaus nicht alles Penner.
Urbane Bräuche: Als die Müllabfuhr kam, war unser Müllberg schon arg zerfleddert. Daß mein Fahrrad* schnell wegging, hat mich nicht gewundert: Einige Studis basteln aus fünf alten ein neues und verticken das dann.
(* Ja, mein schönes Rädchen, auf dem ich 1000de Kilometer gebuckelt habe, schluchz. Aber es hätte abermals soviel erneuert werden müssen, daß ein Neukauf günstiger kommt. Falls ich meinen Hämos so was überhaupt zumuten möchte.)
Daß zwei uralte Matratzen so schnell dankbare Abnehmer gefunden habe, erstaunt mich allerdings: Bereits beim Transport nach unten rieselte mir der poröse Schaumstoff entgegen.

Freitag, 17. August 2001

In letzter Zeit erreichen mich sehr viele Viruswarnungen. Per eMail! Darin wird gewarnt, so ein böser Wurm könne das Internet lahmlegen. Danke für die Warnung. Kann er bestimmt. (Allerdings glaube ich, daß so eine Mail das auch nicht groß verhindern kann.)
Diese Mails nennt man Hoax: eine Virenwarnung für einen Virus, den es nicht gibt.
Wenn alle Empfänger den Rat beherzigen und die Mail an alle ihre Bekannten weiterleiten, hat das den gleichen Effekt wie ein Wurm-Virus. Der Urheber braucht sich allerdings nicht die Mühe zu machen, etwas zu programmieren.
>> Es ist sicherlich besser, diese Nachricht 25 Mal zu erhalten, als gar nicht!
Irrtum!
Wir merken uns: eMails von Unbekannten bzw. mit suspektem Betreff (meist in englisch) werden ungelesen gelöscht. Viel entgehen tut einem in der Regel da nicht, es sei denn, man will mal nackichte Frauen sehen und die demnächst überflüssigen Schlafscheine loswerden.
Und nicht angeforderte eMailanhänge werde gelöscht! Auch wenn das liebevoll zusammengebastelte Kettenbriefe sind.
Der einzige Reiz: Man erfährt aus dem Header, wen der Besorgte so alles kennt.

Samstag, 18. August 2001

Happy Birthday Mum.

Sonntag, 19. August 2001

Diesen Sommer kann sich nun wirklich niemand beklagen, es wäre zu kalt oder verregnet. Seit Tagen kommt man nicht hinterher mit dem Trinken, so schnell ist das wieder draußen.

Samstag, 25. August 2001

Happy Birthday Schätzchen! Wir feiern heute keine Fete aus schlichten Gründen: Wir wollen nicht den ganzen Tag (in dieser Affenhitze) im Haushalt wuseln, nur um abends ein paar Stunden gemütlich zusammenzuhocken. Außerdem hat sie morgen auch noch Dienst, also anderes Programm: Fahrt ins Blaue bzw. Grüne, ein Urlaubstag in der nördlichen Eifel.
Weil mir wieder nix Gescheites einfiel zu schenken, habe ich einfallslos einen Lottoschein ausfüllen lassen. Eine lohnende Sache: Vier Richtige, Einsatz verzehnfacht.

Dienstag, 28. August 2001

Happy Birthday Juhudith.

Schock in der Abendstunde: Der Ton meiner GATTACA-DVD leiert! Ja kann denn so was sein? Wie war das nochmal mit digital und kein Qualiverlust und so?! Auch bei der Groundhogday-Scheibe gibt es mitten im Film einen unbegründeten Softwareaussetzer. Die DVD sei verunreinigt oder verkratzt, das Programm verweigert die Arbeit. Weit und breit kein Kratzer zu sehen. Wenn das jetzt um sich greift wird mir der Spaß an dem Medium schnell vergällt. Schade, wo ich doch in letzter Zeit fast alle zwei Tage einen neuen Film gekauft habe.

Noch 125 Tage bis zum Euro. Wie gesagt, gegen die Währung habe ich nichts, allerdings gegen den Namen. (Seit ein paar Jahren ist alles irgendwie euro-, so wie in den 80ern auf einmal alles bio- oder öko- war.) Ich werde fortan nur noch von Talern sprechen, bis mir jemand einen besseren Vorschlag macht.
Komplett konfus wird es ja bei den Europfennigen. Zum einen kann die deutsch Zunge ßent nicht auf Anhieb aussprechen, zum anderen muß man immer das ungeliebte Präfix davorsetzen, um sie nicht mit den US-Cents zu verwechseln. Wie soll ich allerdings in Zukunft Zehnteleuros nennen? Talerchen?

Donnerstag, 30. August 2001

Habe ein neues Büro: Der Besprechungssaal neben unserer alten Kammer sollte umgewidmet werden für neue Mitarbeiter. Das geht natürlich nicht, drängel! Nun ist ein wahrer Ballsaal mein Büro, endlich eine repräsentative Arbeitsstätte. Allerdings hat mich der Umzug anderthalb Tage gekostet. Zeit ist eine knappe Ressource, denn das neue Kursprogramm muß raus.

Gute Nachricht von der DVD-Front: Die GATTACA leiert nicht mehr. Leider weiß ich nicht warum. Wenn sie's fortan auch nicht mehr tut, soll's mir auch egal sein. Und der Aussetzer in dem anderen Film liegt anscheinend an meinem zart besaiteten Laufwerk oder der verzärtelten Soft.

Freitag, 31. August 2001

Es sollte mich ja nichts mehr wundern: Jetzt ziehen sie am Nachbarhaus ein Gerüst hoch! Willkommen Baustelle No. 4. Ist das noch normal? Sollte ich mir die Gehörnerven kappen lassen?

 

Bis demnächst auf diesem Bildschirm,
troll

 

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